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Handystrahlung

Schadet 5G der Gesundheit?

5G, das neue, kontrovers diskutierte Mobilfunknetz soll im kommenden Jahr in Betrieb gehen. Neben einer hohen Geschwindigkeit beim Surfen im Internet befürchten Kritiker eine erhöhte Strahlenbelastung für Mensch und Natur. Nun hat das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) auf seiner Website Stellung genommen, welche Risiken bestehen und wie man eine Belastung durch Handystrahlung senken kann.
Katja Egermeier
10.10.2019
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Laut BfS unterscheidet sich die 5. Generation des Mobilfunkstandards von ihrem Vorgänger 4G durch höhere, bislang noch nicht für den Mobilfunk verwendeten Frequenzbereiche. Diese seien beispielsweise beim Abstandsradar in Autos oder beim Körperscanner an Flughäfen schon im Einsatz.

So weit sollen die geplanten höheren Frequenzen im Mobilfunk jedoch nicht reichen und beispielsweise nicht durch Hauswände kommen. Das BfS erklärt: »Es wird mehr Sendeanlagen geben. Für die neuen Frequenzbereiche sind kaum hohe Masten notwendig. In bestimmten Regionen werden dafür viele Kleinzellanlagen zum Beispiel an Hauswänden oder Lichtmasten angebracht.« Das sei schon heute an stark besuchten Orten der Fall. Zwar seien die Sender so näher am Menschen, die Sendeleistung jedoch geringer. Durch die Schnelligkeit von 5G würden Personen pro Datenpaket zudem kürzer Strahlung ausgesetzt. Das BfS gibt jedoch zu bedenken, dass es in Zukunft immer größere Datenmengen geben werde.

Viele technische Aspekte sind nach Angaben des BfS mit den bisherigen Mobilfunkstandards vergleichbar. »Für den Mobilfunkstandard 5G werden im ersten Schritt die Frequenzen genutzt, die wir heute schon beim Mobilfunk nutzen«, erklärt BfS-Präsidentin Dr. Inge Paulini. Erkenntnisse aus Studien, in denen mögliche Gesundheitswirkungen elektromagnetischer Felder des Mobilfunks untersucht wurden, könnten daher zu einem großen Teil auf 5G übertragen werden.

Das bedeutet im Klartext: Liegen die Strahlungswerte (SAR) unterhalb der geltenden Grenzwerte von derzeit 2 Watt pro Kilogramm, sind keine gesundheitlichen Risiken bei der Benutzung der neuen Generation von Handys zu befürchten.

Belegte Risiken durch Handystrahlung

Belegt ist nach Angaben des BfS zurzeit, dass die elektromagnetischen Felder, die bei GSM, UMTS, LTE (4G) und auch bei 5G entstehen, Gewebe erwärmen können. Werden die Grenzwerte eingehalten, steigt die Körpertemperatur jedoch nur geringfügig an. »Damit kann der Körper gut umgehen«, heißt es beim BfS. Das habe nach dem aktuellen Stand der Forschung keine Auswirkungen auf die Gesundheit.

Weitere, für die Gesundheit relevante Auswirkungen seien vielfach untersucht, aber bis heute nicht nachgewiesen worden. Zur Frage nach dem Krebsrisiko ist der Stand laut Krebsinformationsdienst: Es ist weder gesichert, noch vollständig und endgültig widerlegt, dass das Telefonieren mit dem Handy krebserregend ist.

Dennoch gilt laut BfS: Es gibt auch beim Mobilfunk noch offene Fragen, die bei einem Ausbau der 5G-Netze berücksichtigt werden müssen. »Bei den jeweiligen Ausbauschritten von 5G muss also untersucht werden, ob die Menschen einer höheren Strahlungsmenge ausgesetzt werden. Außerdem wird das BfS mögliche Wirkungen der neuen Frequenzbereiche noch genauer untersuchen«, so Paulini.

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