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Dermokosmetik

Schäume, die Softies für die Haut

Wegen ihrer praktischen Anwendung kommen Schäume zunehmend auch in der Therapie verschiedener Erkrankungen zum Einsatz. So etwa Minoxidil (Regaine®), das bei erblich bedingtem Haarausfall den Haarwuchs fördert, oder die Glucocorticoide Clobetasolpropionat (Clarelux®) und Betamethasonvalerat (Deflatop®), die bei entzündlichen Erkrankungen der Kopfhaut Einsatz finden.

Als Schaum, der nicht schäumt, ist Enstilar® eine Besonderheit. Er enthält Betamethasondipropionat und Calcipotriol und löst das Problem, dass die beiden eingesetzten Wirkstoffe zur Behandlung von Schuppenflechte in wässrigen Systemen nicht kombinierbar sind, weil ihre pH-Optima zu weit auseinanderliegen. Im Enstilar-Schaum sind beide Wirkstoffkomponenten vollständig gelöst. Ein galenischer Trick sorgt für die Verwandlung. Man macht sich dabei zunutze, dass Dimethylether sowohl ein Treibmittel als auch ein gutes Lösungsmittel ist. Nach Verdunsten der Treibgase bleibt auf der Haut eine übersättigte Lösung zurück, aus der beide Wirkstoffe gut in die Haut penetrieren können. Es handelt sich also eher um eine sprühbare Salbe als um einen echten Schaum.

Arzneistoff-haltige Schäume bedürfen einer gewissen Beratung. Um die bestmögliche Wirkung zu erzielen, sind folgende Regeln einzuhalten:

  • Vor jedem Gebrauch die Dose gut schütteln. Danach den Sprühkopf senkrecht nach unten halten.
  • Die verordnete Menge entweder direkt auf die zu behandelnde Stelle oder in die Verschlusskappe sprühen. Nicht in die Hand sprühen, da der Schaum bei Kontakt mit der warmen Haut schnell schmilzt.
  • Abhängig von der Art der Erkrankung kann der Schaumklecks mit den Fingern einmassiert werden.
  • Nach dem Auftragen die Hände sofort gründlich waschen.
  • Versehentlich auf das Gesicht oder die Augen gelangter Schaum ist sofort mit klarem Wasser gründlich auszuspülen.
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