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Den Teufelskreis durchbrechen

Schlafstörungen und Arbeitsstress

Bei schlechtem oder zu wenig Schlaf sollte immer auch eine mögliche berufliche Überlastung als Ursache mit in Betracht gezogen werden, rät die Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin. Was kann Betroffenen helfen?
Julia Endris
24.09.2020  11:00 Uhr

Nicht selten kann Überforderung und Stress auf der Arbeit zu Schlafmangel führen, erläutert die Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM). »Sehr viele Studien belegen, dass zu wenig Schlaf Hauptrisikofaktor für die Entwicklung eines Burnouts ist. Körperliche Erschöpfung und verminderte Leistungsfähigkeit – zwei eindeutige Phänomene bei Burnout – gehen auch eindeutig auf unzureichenden Schlaf zurück«, erklärt der Schlafmediziner und Psychologe Markus Specht. Mit Burnout wird ein Zustand des »Ausgebranntseins«, der totalen Erschöpfung bezeichnet. Ausreichend Schlaf ist für die Regeneration essentiell.

15 Minuten Auszeit täglich

Was können Betroffene tun, um Stress und dem Wachliegen statt Schlafen entgegenzuwirken? »Das Wichtigste, was jeder tun kann, ist sich die Frage zu stellen: Hole ich mir im Alltag, also täglich, genug Erholung als Gegenpart zum auftretenden Stress?«, so Specht. Der Schlafmediziner empfiehlt 15 Minuten Erholung und Entspannung täglich, um aus dem Teufelskreis »StressSchlafmangel – verminderte Leistungsfähigkeit – Überlastung« herauszukommen. Diese kurze Auszeit jeden Tag könne Betroffenen helfen, Energie zu tanken sowie Stress und Anspannung aus dem Arbeitsalltag abzubauen.

Es gibt laut DGSM viele Möglichkeiten, was Patienten mit Schlafstörungen in ihrer täglichen 15-minütigen Auszeit tun können. Meist helfe schon eine Runde um den Block gehen, eine Sporteinheit und auch Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen, wie beispielsweise Atemübungen. Wichtig sei, dass die kurze tägliche Auszeit zu körperlicher und geistiger Entspannung und Erholung beitrage. Physiologisch dient der  Schlaf ab einem Lebensalter von 2,4 Jahren übrigens der Reparatur des Gehirns.

Die innere Uhr beachten

Bei der inneren Uhr wirkt im Gehirn das Licht als Taktgeber,  während die Uhren in peripheren Organen wie Leber und Niere von Nahrung stark beeinflusst werden können. »Bei Schichtarbeitern wird daraus leicht ein Problem: Sie sehen nachts Licht, was die Zentraluhr beeinflusst, und essen zudem häufig zu ungewöhnlichen Zeiten, was wiederum die Organuhren verstellt,« so Neurobiologe Professor Henrik Oster. Konsequenz sei unter anderem eine Schieflage im Energiestoffwechsel, Betroffene nehmen leichter Gewicht zu, können auch ernsthafte metabolische Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes entwickeln.

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