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Zucker-Intoleranzen

Schmerzen im Bauch

Bauchschmerzen und Durchfall nach dem Genuss von Milch oder Apfelsaft – bei manchen Menschen lösen alltägliche Lebensmittel Gesundheitsprobleme aus. Ursache kann eine Unverträglichkeit der enthaltenen Zucker sein. Lactose- und Fructose-Intoleranz sind in der Bevölkerung stark verbreitet. Doch viele Betroffene kennen die Ursachen ihrer Beschwerden nicht.
Annette Immel-Sehr
17.05.2019
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Viele Menschen vermuten eine Milchallergie oder eine Allergie gegen bestimmte Obstsorten, wenn sie auf den Verzehr dieser Lebensmittel mit Beschwerden reagieren. Damit können sie Recht haben. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass eine Zucker-Intoleranz vorliegt. Eine solche Störung ist wesentlich häufiger als eine »echte« Lebensmittel-Allergie. Unter dem Begriff Zucker-Intoleranz fassen Mediziner eine Reihe von Erkrankungen zusammen. Ihnen ist gemeinsam, dass der Körper einen Zucker aus der Nahrung nicht oder nur begrenzt verwerten kann. Dabei liegt eine Störung im enzymatischen Abbau oder bei der Aufnahme im Darm zu Grunde (siehe Grafik).

Die häufigsten Intoleranzen betreffen Milchzucker (Lactose), Fruchtzucker (Fructose) und Sorbit. Es wird geschätzt, dass 7 bis 20 Prozent der Bevölkerung Lactose nicht vertragen, 15 bis 25 Prozent nicht Fructose und 8 bis 12 Prozent nicht Sorbit. Des Weiteren gibt es das Krankheitsbild der Saccharose-Intoleranz, von dem zwischen 0,02 bis 0,05 Prozent der Bevölkerung betroffen sind. Die Angaben sind deswegen so unpräzise, weil es keine festen Grenzwerte zur Definition der Erkrankungen gibt. Zudem hängt die Bekömmlichkeit von Lebensmitteln bei Zucker-Intoleranz von der Zusammensetzung einer Mahlzeit ab. Sie kann also stark variieren, sodass Betroffene nur gelegentlich Beschwerden haben und keinen Arzt konsultieren.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass es weitere Zucker-Intoleranzen gibt, wie die sogenannte hereditäre Fructose-Intoleranz, den kongenitalen Lactasemangel und die Galactosämie. Dies sind sehr seltene angeborene Erkrankungen. Sie treten bereits im Säuglingsalter auf und führen zu schweren Gedeihstörungen.

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