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Studie zu Covid-19

Schneller symptomfrei mit Zink

Die Einnahme eines Zink-Präparats bei vorliegender Corona-Infektion war in einer tunesischen Studie mit positiven Effekten verbunden. So sank das Risiko für eine intensivmedizinische Therapie und Patienten waren schneller genesen.
PZ
17.11.2022  10:30 Uhr

In der randomisierten, kontrollierten Studie »VIZIR« ging die zweimal tägliche Einnahme von 25 mg Zink bei Covid-19-Patienten mit einem um etwa 40 Prozent verringerten relativen Risiko für die Aufnahme auf die Intensivstation und Tod einher. Die Ergebnisse der Studie des Forschungsteams um Dr. Saoussen Ben Abdallah vom Hospital Fattouma Bourguiba of Monastir in Tunesien wurden kürzlich in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift »Clinical Infectious Diseases« veröffentlicht.

An der prospektiven Studie nahmen 470 ambulant oder stationär versorgte Patienten in Tunesien teil, die positiv auf Covid-19 getestet wurden. Das Durchschnittsalter betrug 54,2 Jahre. Etwa 20 Prozent der Patienten waren zu Studienbeginn vollständig gegen Covid-19 geimpft, 23 Prozent hatten zu diesem Zeitpunkt mindestens eine Impfdosis erhalten.

Die Interventionsgruppe umfasste 231 Patienten. Sie erhielten über 15 Tage zweimal täglich eine Kapsel eines Präparats mit Zink-Bisglycinat entsprechend 25 mg Zink. Eine Kontrollgruppe erhielt Placebo (n = 239). Alle Patienten erhielten zudem eine unterstützende Behandlung gemäß den nationalen Richtlinien, beispielsweise mit Antipyretika, Corticosteroiden, Antikoagulantien oder Sauerstoff. Patienten mit schweren Begleiterkrankungen oder solche, die bereits seit mehr als sieben Tagen vor Studienbeginn Covid-19-Symptome hatten, wurden aus der Studie ausgeschlossen.

Primäre Endpunkte waren die Sterberate, intensivmedizinische Krankenhausaufnahmen sowie die Kombination aus beidem innerhalb von 30 Tagen nach der Randomisierung. Zu den sekundären Endpunkten zählten bei den stationären Patienten (n= 190) die Dauer des Covid-19-bedingten Krankenhausaufenthalts, bei den ambulanten Patienten (n = 280) die Symptomdauer, die Notwendigkeit eines Krankenhausaufenthalts sowie die einer Sauerstofftherapie. Die ambulanten Patienten wurden hierzu während der 30-tägigen Nachbeobachtungszeit telefonisch befragt.

Zwischen der Interventions- und Placebo-Gruppe gab es keine signifikanten Unterschiede bei den Ausgangswerten. Die Verteilung der Covid-19-Schweregrade war in beiden Gruppen sehr ähnlich. Die Mehrheit der Patienten in der Interventionsgruppe (60,2 Prozent) und in der Placebogruppe (59 Prozent) litt an einem schweren Covid-19-Verlauf und benötigten zusätzlichen Sauerstoff. 34,2 Prozent der Patienten in der Zinkgruppe und 35,1 Prozent der Placebogruppe hatten einen symptomatischen Verlauf, benötigten jedoch keinen zusätzlichen Sauerstoff. Bei 5,6 Prozent (Zinkgruppe) beziehungsweise 5,9 Prozent (Placebogruppe) der Patienten verlief die Erkrankung asymptomatisch.

Weniger intensivmedizinische Patienten, weniger Tote

Innerhalb der Nachbeobachtungszeit starben insgesamt 37 Patienten, davon 30 innerhalb und sieben außerhalb der Intensivstation. Bei den Patienten der Zinkgruppe betrug die 30-Tage-Sterblichkeit 6,5 Prozent, in der Placebogruppe 9,2 Prozent. Die intensivmedizinische Einweisungsrate betrug in der Zinkgruppe 5,2 Prozent und in der Placebo-Gruppe 11,3 Prozent. Auch das kombinierte Ergebnis aus Intensivstation und Tod trat in der Zinkgruppe mit 10,4 Prozent seltener auf als in der Placebogruppe mit 16,7 Prozent (Odds Ratio: 0,58). Damit reduzierte sich das relative Risiko für das Kombinationsereignis aus intensivmedizinischer Behandlung und Tod bei denjenigen Patienten, die Zink erhielten, um etwa 40 Prozent.

Bei den ambulanten Patienten, die Zink erhielten, dauerten die Covid-19-Symptome durchschnittlich 1,9 Tage kürzer an als in der Placebogruppe. Bei den stationären Patienten verkürzte sich der Krankenhausaufenthalt in der Interventionsgruppe um durchschnittlich 3,5 Tage, verglichen zur Placebogruppe.

Die Studienautoren weisen darauf hin, dass die Rückschlüsse aus der Studie nicht auf Patienten jenseits eines moderaten Verlaufs übertragbar seien. Zudem müsse der Einfluss höherer Zinkdosen und einer längeren Einnahmedauer in weiteren Studien erst noch untersucht werden.

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