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Luftverschmutzung

Schon geringste Mengen Feinstaub erhöhen Infarktrisiko

Luftverschmutzung kann mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall verbunden sein, selbst wenn die Werte unter den festgelegten Grenzwerten liegen. Das haben Forschende des Helmholtz Zentrums München und des Karolinska Instituts in Schweden nachgewiesen.
Elke Wolf
22.10.2021  12:00 Uhr

Eine längere Exposition gegenüber Feinstaub, Stickstoffdioxid, Ruß und Ozon ist mit erhöhten Risiken für einen Schlaganfall und Koronarer Herzkrankheit assoziiert. Mit jedem Anstieg von Feinstaub um 5 µg/m3 in der Luft am Wohnort nahm dabei das Schlaganfallrisiko um 10 Prozent zu. Ähnliche Zusammenhänge gab es auch für Stickstoffdioxid und Ruß. Zudem führte jede langfristige Erhöhung des Stickstoffdioxidgehalts in der Luft um 10 µg/m3 zu einem Anstieg des Risikos für koronare Herzkrankheiten um 4 Prozent.

Die Forschenden konnten keine sicheren Schwellenwerte ermitteln, unterhalb derer die Luftverschmutzung für die Herz-Kreislauf-Gesundheit unschädlich ist. Die negativen Auswirkungen von Feinstaub und Stickstoffdioxid wurden auch dann festgestellt, wenn die Analysen auf Teilnehmende beschränkt wurden, die Werten unterhalb der von der Weltgesundheitsorganisation WHO und der EU festgelegten Grenzwerte ausgesetzt waren.

Die Studie, die in Lancet Planetary Health publiziert wurde, umfasst mehr als 137.000 Teilnehmer aus sechs Kohorten in Schweden, Dänemark, Niederlanden und Deutschland, die im Mittel 17 Jahre lang beobachtet wurden.

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