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Mutiertes Virus
Schützen die Impfstoffe auch gegen Corona-Varianten?

Hilft ein globales Impfprogramm gegen Mutationen?

Etliche Stimmen kritisieren die globale Impfstoff-Verteilung und mahnen, das könne auch hierzulande zum Problem werden. Das Argument: Wenn sich das Virus in einigen Weltregionen frei entfalten kann, entstehen mehr Mutationen, die irgendwann auch in Deutschland ankommen. »Die Pandemie ist nicht vorbei, wenn Deutschland geimpft ist, sondern wenn die ganze Welt geimpft ist«, sagt Watzl. Auch Weber plädiert für ein globales Impfprogramm.

Beide machen aber auch klar: Sobald in Deutschland ausreichend geimpft wurde, sei eine Grundimmunität in der Bevölkerung vorhanden, die es neuen Varianten schwerer macht. »Wenn dann eine Mutante durchkommt, sind wir nicht mehr so ungeschützt«, erklärt Watzl. Auch Weber rechnet nicht damit, dass neue Mutationen den Fortschritt in der Pandemiebekämpfung in Deutschland auf null zurücksetzen.

Wie viele Virusvarianten sind noch denkbar?

Seit Beginn der Pandemie hat das als behäbig geltende SARS-CoV-2 schon mehrere potenziell ansteckendere und gefährlichere Varianten ausgeprägt – obwohl es noch keine Herdenimmunität gab und der Anpassungsdruck für das Virus relativ gering war. Wird es also mit steigender Immunisierung gefährlicher?

»Das ist schwierig vorherzusagen«, sagt Weber. Es könne sein, dass eine nur mittlere oder »halbgare« Immunität in der Bevölkerung die Entstehung neuer Varianten begünstige. Dann seien viele Viren unterwegs, was Mutationen wahrscheinlicher mache. Und es gebe hier und da einen Anpassungsdruck, auf den das Virus reagiere.

Wann klappt das hierzulande mit der Herdenimmunität?

Die wirksamste Waffe auch gegen Mutationen wäre die vielbeschworene Herdenimmunität. Die könnte man vielleicht schon im Herbst erreichen, meint Weber. Bis dahin werde die Impfstoff-Produktion massiv hochgefahren. Sollten dann Varianten wie etwa B.1.1.7. vorherrschen, müssten für eine Herdenimmunität wohl mindestens 80 Prozent der Bevölkerung immun sein.

Auch Watzl denkt, dass dem Virus bis zum Herbst eine weitgehend immunisierte Bevölkerung gegenübersteht und die Infektionszahlen gedrückt sind: »Ich bin optimistisch, dass wir das schaffen.« Bis dahin seien ein weiteres Einhalten der Abstandsregeln und andere Maßnahmen nötig: »Wir werden uns aus dieser aktuellen zweiten Welle nicht rausimpfen können.«

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