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Autofahren

Sicherheit im Straßenverkehr

Wer einen ambulanten operativen Eingriff mit Lokalanästhesie oder Magenspiegelung mit leichter Narkose vor sich hat, braucht danach jemanden, der ihn wieder nach Hause fährt. Abgesehen von der Einschränkung, die von Analgetika und Narkotika ausgehen kann, können auch starke Schmerzen selbst als Symptom das Fahrvermögen einschränken. Übelkeit und Schmerzen belasten die Konzentrationsfähigkeit und das Wahrnehmungsvermögen. So sollten Patienten mit Schmerzen oder starken belastenden Beschwerden auf die Teilnahme am Straßenverkehr wenn möglich verzichten.

Augenerkrankungen des Alters, zum Beispiel die altersbedingte Makuladegeneration (AMD), Glaukom, Katarakt und eine allgemeine Abnahme der Sehfähigkeit wirken sich drastisch auf die Fahrfähigkeit aus. Bei der AMD sind vor allem die Sehschärfe bei Tageslicht und das Sehvermögen bei Dunkelheit beeinträchtigt, während Patienten mit grünem Star »blinde Flecken« im Sichtfeld haben können. Dann werden möglicherweise Fußgänger oder Radfahrer übersehen. Patienten, die wegen Augenerkrankungen in Behandlung sind, weist der Augenarzt auf Einschränkungen hin. Bei massiven Beeinträchtigungen kann der Augenarzt ein Fahrverbot aussprechen. Weigert sich der Patient, seinen Führerschein abzugeben, kann der Arzt beim Kraftfahrzeugamt den Entzug der Fahrerlaubnis beantragen.

Aber auch Ophthalmika können die Sicht einschränken, zum Beispiel Augentropfen mit pupillenerweiternden Wirkstoffen, die bei einer augenärztlichen Untersuchung eingesetzt werden. Therapeutika zur Senkung des Augeninnendrucks, Gele und Tropfen zur Befeuchtung bei trockenem Auge können die Sicht ebenfalls verschleiern. Hier also nach Anwendung des Arzneimittels etwas abwarten, bis die Sicht wieder klar ist. Auch Allergiker leiden häufig unter tränenden und juckenden Augen. Die Betroffenen sind oftmals sehr lichtempfindlich. Ihnen hilft eine Sonnenbrille und der frühzeitige Einsatz antiallergischer Augentropfen vor einer Autofahrt.

Arzneimittel/ Arzneimittelgruppe Art des Effektes in Form von Nebenwirkungen
Sedativa (Benzodiazepine, Z-Substanzen) Verlängerte Reaktionszeit, hang over am nächsten Tag, Benommenheit, Schwindel, eingeschränkte Konzentrationsfähigkeit, Muskelschwäche
Antihypertensiva Verstärkter Blutdruckabfall, Müdigkeit, Schwindel, Gangunsicherheit
Stark wirksame Analgetika, Opioide Verwirrtheit, Somnolenz, Schwindel, Benommenheit, vermindertes Bewusstsein, verschwommenes Sehen
Trizyklische Antidepressiva Einschränkungen der Kognition, Akkomodationsstörungen, Schwindel, Sedation, Verwirrtheit
Antiallergika (besonders 1. Generation) Müdigkeit, Schwindel, Sedierung bei erster Generation und – wenn auch schwächer ausgeprägt – bei der zweiten Generation, vor allem bei Cetirizin
Antipsychotika Sedierung, Müdigkeit, Hypotonie oder orthostatische Dysregulation, Akkommodationsstörungen
Antiparkinsonmedikamente Tagesschläfrigkeit, Schwindel, orthostatische Dysregulation, Hyp0tonie
Antidiabetika (Insuline, Sulfonylharnstoffe) Hypoglykämien, Schwindel, neurologische Ausfallerscheinungen, Benommenheit
Antiepileptika Konzentrationsstörungen, Verwirrtheit, Desorientierung, Reizbarkeit, Unruhe, Nervosität, Schlafstörungen, Somnolenz, verlängerte Reaktionszeit, verminderter Muskeltonus, Schwindel
Tabelle: Beispiele für Arzneimittel, die die Fahrtauglichkeit beeinflussen können

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