PTA-Forum online
Fleischlos leben

Sind Vegetarier öfter depressiv?

Essen kann das psychische Wohlbefinden beeinflussen – das werden wohl viele aus eigener Erfahrung bestätigen. Aber hat die Ernährungsform einen Einfluss auf die Stimmungslage? Einige frühere Studien zeigten, dass Vegetarier ein höheres Risiko für Depressionen haben, andere fanden das Gegenteil.
Annette Immel-Sehr
02.09.2021  12:00 Uhr

Jette Borawski und Professor Dr. Sebastian Ocklenburg von der Universität Duisburg-Essen führten eine Metaanalyse durch, um Klarheit über einen möglichen Zusammenhang zu gewinnen. Sie analysierten dabei Studiendaten von knapp 50.000 Personen. »Wir konnten zeigen, dass Menschen, die sich vegetarisch ernähren, statistisch signifikant höhere Werte in Depressionsfragebögen haben als diejenigen, die Fleisch essen«, erklärt Borawski.

In einer anderen Analyse fanden die beiden Forscher, dass die depressive Stimmung oft als erstes auftritt und die Ernährungsumstellung erst dann erfolgt. »Dafür gibt es zwei mögliche Erklärungen: Es könnte sein, dass Menschen, denen es mental schlecht geht, sich selbst durch gesunde Ernährung etwas Gutes tun wollen. Andererseits könnte eine eigene schlechte Stimmung die Empathie für Tiere, die unter schlechten Haltungsbedingungen leben, steigern, was wiederum die Wahrscheinlichkeit einer pflanzenbasierten Ernährung erhöht«, erklärt Borawski. Um die wirklichen Gründe zu eruieren, sind weitere Studien erforderlich.

Mehr von Avoxa