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Nasennebenhöhlen
Sinusitis leitliniengerecht behandeln

Steroide für die Nase

Die nasale Anwendung von Corticoiden ist laut Leitlinie nur bei einer allergischen Komponente im Entzündungsgeschehen sinnvoll, dann allerdings sowohl bei der akuten als auch bei der rezidivierenden akuten Rhinosinusitis. Die für die Selbstmedikation verfügbaren topischen Steroide Beclometason, Fluticason oder Mometason (Mometahexal®, Momeallerg®, Otri Allergie® Nasenspray Fluticason, Ratioallerg® Heuschnupfenspray) verfügen derzeit jedoch nur über eine Zulassung für die Indikation der allergischen Rhinitis. Allerdings wirken sie ebenso der Entzündung der Nasenschleimhaut bei einer viral bedingten Rhinosinusitis entgegen.

Weil Corticoid-Sprays einen um Tage verzögerten Wirkeintritt haben, werden sie in der Praxis häufig in Kombination mit abschwellend wirkenden Dekongestiva verordnet. So hat der Patient das Gefühl, schnell wieder Luft zu bekommen und überbrückt die Zeit bis zum Wirkungseintritt der Steroide.

Airbags im Schädel

Die Bezeichnung Nasennebenhöhlen ist ein Sammelbegriff und steht für die luftgefüllten Hohlräume der Nasenhaupthöhle im knöchernen Schädel. Dazu zählen Kieferhöhlen, Stirnhöhlen und Keilbeinhöhlen sowie die Siebbeinzellen zwischen den Augenhöhlen (siehe Grafik).

Die charakteristische Schleimhaut dieser Hohlräume ist mit winzigen Flimmerhärchen besetzt. Diese befördern das schleimige Sekret, welches zur Selbstreinigung von der Schleimhaut produziert wird, in Richtung Rachen. Krankheitserreger, Pollen oder sonstige Schadstoffe werden so aus der Nase Richtung Magen transportiert und dort unschädlich gemacht. Da die Schleimhaut wenig durchblutet ist und die Nebenhöhlen nur enge Zugänge haben, kann es schnell zu Sekretansammlungen in diesen Hohlräumen kommen.

Um die Funktion der Nasennebenhöhlen wurde viel spekuliert, und ganz klar ist sie bis heute nicht. Eine Theorie besteht eher darin, dass die Nebenhöhlen als Knautschzone im Schädelskelett fungieren, indem sie bei Gewalteinwirkung auf das Gesicht die Aufprallenergie teilweise abfedern. Dadurch werden Schäden an empfindlichen Weichteilen, wie den Augen und dem Gehirn, verringert.

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