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Covid-19-Impfung

So bekommen Sie einen Impftermin

Ende Dezember gab es den offiziellen Startschuss für die Corona-Impfungen in Deutschland. Geimpft wird zurzeit jedoch nur durch mobile Impfteams oder in eigens dafür eingerichteten Impfzentren – und auch nur, wer zur am höchsten priorisierten Bevölkerungsgruppe zählt. Weitere Voraussetzung: ein Impftermin. Doch einen solchen zu ergattern, ist gar nicht so einfach, denn jedes Bundesland regelt die Terminvergabe auf seine Weise. 
Katja Egermeier
05.01.2021  16:00 Uhr

Allen Bundesländern ist gemeinsam, dass zunächst nur die am höchsten priorisierten Bevölkerungsgruppen – etwa Menschen ab 80 Jahren, Bewohner von Senioren- und Pflegeheimen oder in medizinischen Einrichtungen Beschäftigte (Priorisierung siehe Kasten am Ende) – geimpft werden. Auf diese Weise sollen zunächst die Menschen geschützt werden, die das höchste Risiko für einen schweren Verlauf einer Covid-19-Infektion haben. Die Reihenfolge richtet sich nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut (RKI), die in der Impfverordnung des Bundes geregelt ist.

Völlig unterschiedlich handhaben es die einzelnen Bundesländer jedoch, wie priorisierte Personen, die nicht in einem Alten- oder Pflegeheim durch ein mobiles Impfteam geimpft werden, an ihre Impfung kommen. Klar ist, dass diese in einem der Impfzentren stattfinden soll. Doch wie und wann erfahren die betreffenden Personen, dass sie impfberechtigt sind und wie sie einen Termin vereinbaren können? Während einige Länder das per Post an jeden einzelnen Impfberechtigten erledigen, verlassen sich andere hierbei auf Öffentlichkeitsarbeit. Am Ende muss für einen konkreten Termin allerdings jeder Bundesbürger selbst aktiv werden und zum Telefonhörer oder Internet greifen – wenn auch nicht immer über die gleiche Telefonnummer oder Webadresse. Wir sagen Ihnen deshalb, wie die Bundesländer im Einzelnen vorgehen.

Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg wird in den neun landesweit verteilten Impfzentren bereits seit Ende Dezember geimpft. Ab dem 15. Januar sollen weitere 50 Kreisimpfzentren in den Stadt- und Landkreisen bereitstehen.

Priorisierte und damit impfberechtigte Personen erhalten ihren Termin über die bundesweit einheitliche Telefonnummer 116 117 (erreichbar täglich 8 bis 22 Uhr), von der diese an das vom Land beauftragte Callcenter weitergeleitet werden. Dort bekommen sie die Termine für die Erst- und Zweitimpfung im selben Impfzentrum. Termine können auch online über die zentrale Anmeldeplattform www.impfterminservice.de oder über die gleichnamige App vereinbart werden. Voraussetzung ist hier eine eigene E-Mail-Adresse und die Möglichkeit, SMS zu empfangen.

Die Einwohner Baden-Württembergs werden über die Priorisierung, die Möglichkeit der Impfung und die Terminierung durch die Öffentlichkeitsarbeit, unter anderem über das Landesportal Baden-Württemberg.de, informiert.  Es besteht zudem die Möglichkeit, die Priorisierung und Impfung mit dem Hausarzt zu besprechen. Eine personalisierte Einladung zur Impfung gibt es in Baden-Württemberg nicht.

Bayern

In Bayern werden die am höchsten priorisierten Bevölkerungsgruppen durch ein Anschreiben über ihren Anspruch auf die Impfung und die Möglichkeit einer Terminvereinbarung informiert.

Aktuell gibt es drei Möglichkeiten, einen Impftermin zu vereinbaren:

  • online unter https://impfzentren.bayern/citizen/ . Hier können Bürger mit erstem Wohnsitz in Bayern bereits wichtige Informationen wie beispielsweise Alter und Berufsgruppe bereitstellen. Nachfolgend werden die registrierten Personen mit der aktuell höchsten Priorität entsprechend der Coronaimpfverordnung und je nach Verfügbarkeit der Impftermine von dem  zuständigen Impfzentrum per SMS oder E-Mail zur persönlichen Terminbuchung eingeladen.
  • telefonisch über die Terminvergabestelle des jeweilig zuständigen Impfzentrums . Eine Auflistung der Terminvergabestellen finden Sie hier
  • über die bundesweit einheitliche Telefonnummer 116 117 (erreichbar täglich 8 bis 22 Uhr). Sie werden von dort aus mit dem zuständigen Impfzentrum verbunden. 

Nicht möglich ist eine Terminvereinbarung über die Servicestellen des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege. Auch die Impfzentren selbst laden derzeit nicht telefonisch zur Schutzimpfung ein. 

Berlin

In Berlin erfolgt die Terminvergabe zurzeit ausschließlich nach schriftlicher Einladung per Brief durch den Berliner Senat beziehungsweise durch die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung. Das Schreiben enthält alle Informationen zur Vereinbarung eines Termins.

Zum jetzigen Augenblick erhalten in Berlin nur Senioren, die 90 Jahre oder älter sind, ihre erste Impfdosis. Die ersten Einladungen für zu Hause lebende Menschen ab 80 Jahren sind jedoch bereits verschickt worden. 

Bitte beachten: In Berlin erfolgt KEINE Terminvergabe über die allgemeine Telefonnummer 116 117.

Weitere Besonderheit in Berlin: Einwohner, die mindestens 80 Jahre alt sind und einen Termin im Impfzentrum in Berlin-Treptow haben, können sich kostenlos mit dem Taxi dort hinfahren lassen. Wer eine Einladung bekommen und einen Termin für die Impfung gegen das Coronavirus vereinbart hat, kann unter 030 20 20 20 ein Taxi für die kostenlose Hin- und Rückfahrt buchen.

Brandenburg

Die telefonische Terminvergabe für eine Covid-19-Impfung ist in Brandenburg bereits am 4. Januar gestartet und erfolgt ausschießlich über die allgemeine Telefonnummer 116 117 (erreichbar täglich 8 bis 22 Uhr).

Zwei Impfzentren haben in Brandenburg ihre Arbeit am 5. Januar aufgenommen. Bis Anfang Februar sollen neun weitere Impfzentren in Brandenburg aufgebaut werden.

Auch hier gilt: Nur Personengruppen mit höchster Priorität, vor allem die Über-80-Jährigen, können zurzeit telefonisch einen Termin vereinbaren. Sobald weitere Personengruppen einen Impftermin vereinbaren können, werden diese darüber informiert.

Bremen

Das zentrale Impfzentrum für Bremen befindet sich in einer der Messehallen (»Halle 7«) nordwestlich des Hauptbahnhofs auf der Bürgerweide. Der Besuch ist ausschließlich nach vorheriger Terminvereinbarung möglich. Impfberechtigte Bürger erhalten die Einladung zur Terminvereinbarung per Post.

Hamburg

In Hamburg sind zunächst die Beschäftigten ambulanter Pflegedienste dazu aufgerufen, einen Termin im Impfzentrum zu vereinbaren. Ab Mitte Januar sollen die Über-80-Jährigen in Hamburg geimpft werden. Diese werden voraussichtlich in der zweiten Januarwoche schriftlich über die Impfmöglichkeit informiert und können dann telefonisch oder digital einen Impftermin vereinbaren.

Die Terminvereinbarung erfolgt auch hier über die allgemeine Telefonnummer 116 117 (erreichbar täglich 8 bis 22 Uhr) oder die Website www.impfterminservice.de.

Aufgrund des noch knappen Impfstoffs sollen zunächst nur rund 500 Termine pro Tag vergeben werden. Das Impfzentrum, das sich in der Messehalle 3 befindet, hat seinen Betrieb am 5. Januar aufgenommen. Es ist auf bis zu 7000 Impfungen pro Tag ausgelegt, 10.000 Termine sind zum jetzigen Zeitpunkt bereits vereinbart worden.

Hessen

In Hessen werden voraussichtlich ab dem 19. Januar sechs regionale Impfstellen den Betrieb aufnehmen (Kassel, Gießen, Fulda, Frankfurt, Wiesbaden, Darmstadt). Bei mehr verfügbarem Impfstoff sollen weitere 22 Impfzentren geöffnet werden.

Alle Über-80-Jährigen in Hessen sollen schriftlich über das Anmeldeverfahren informiert werden. Menschen aus der ersten Priorisierungsgruppe können jedoch bereits ab dem 12. Januar ihren persönlichen Impftermin vereinbaren – telefonisch über die Hotline 116 117 (erreichbar täglich 8 bis 22 Uhr) oder online auf www.impfterminservice.de.

Das Schreiben an die Senioren soll diese zudem darüber informieren, dass das Land die Kosten für die Fahrt zum Impfzentrum für solche Menschen übernimmt, die nicht mehr selbst mobil sind, nicht von Angehörigen oder Freunden gebracht werden können und deren Krankenkasse eine Fahrt nicht bezahlt.

Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern soll am 12. Januar mit den Impfungen in den Impfzentren begonnen werden. Dazu sollen am 7. und 8. Januar die ersten je 2500 Briefe per Post an zu Hause lebende und mindestens 80 Jahre alte Senioren versendet werden, danach sollen pro Woche etwa 10.000 Briefe mit einer Impfeinladung verschickt werden. Das Schreiben ist Voraussetzung zur Vereinbarung eines telefonischen Termins. 

Wer einen solchen Brief erhalten hat, kann unter der Nummer 0385 20 27 11 15 die Termine für die zwei erforderlichen Impfungen vereinbaren. Die Hotline ist von Montag bis Freitag von 8 bis 20 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen von 9 bis 16 Uhr erreichbar. Voraussetzung für die Terminvergabe ist der Erhalt des Schreibens.

Niedersachsen

Sobald alle Alten- und Pflegeheime in den besonders belasteten Gebieten in Niedersachsen mit Impfstoff versorgt sind, werden alle anderen impfberechtigten Menschen der höchsten Risikogruppe informiert, dass auch sie geimpft werden können. Diese können dann, sofern sie 80 Jahre alt oder älter sind, einen Impftermin vereinbaren. Das soll erst ab dem 28. Januar möglich sein.

Sobald die Terminvergabe startet, wird es möglich sein, die Termine über die Impfhotline 0800 99 88 665 und über ein Internetportal zu vereinbaren. Zurzeit steht werden unter dieser Telefonnummer nurallgemeine Fragen zum Impfen beantwortet, Impftermine können erst ab dem 28. Januar vereinbart werden.

Nordrhein-Westfalen

Die 53 Impfzentren in Nordrhein-Westfalen sind einsatzbereit und nehmen ab 1. Februar ihren Betrieb auf. Die Terminvergabe soll ab dem 25. Januar möglich sein – telefonisch über die 116 117 116 117 (erreichbar täglich 8 bis 22 Uhr) oder online auf www.116117.de . Bis zum 23. Januar sollen zudem alle Über-80-Jährigen einen Brief erhalten, der über den der Beginn der Impfungen sowie den Ablauf der Terminvereinbarungen informiert. 

Aktuell ist eine Terminvereinbarung für die Corona-Schutzimpfung in den Impfzentren noch nicht möglich. Die bundesweit einheitliche Telefonnummer für den Terminservice wird freigeschaltet, wenn der zugelassene Impfstoff in ausreichender Menge zur Verfügung steht.

Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz starten die Impfungen für die priorisierte Gruppe in den 31 Impfzentren am 7. Januar. Die Vergabe der Impftermine läuft seit dem 4. Januar über die Telefonnummer 0800 57 58 100 (Montab bis Freitag 7 bis 23 Uhr, am Wochenende 10 bis 18 Uhr) oder über die Internetseite www.impftermin.rlp.de

Saarland

Das Saarland stellt drei stationäre Impfzentren und acht mobile Impfteams zur Verfügung. In den Impfzentren sollen täglich 400 Impfungen stattfinden. Die ersten 12.000 Impftermine, die im Saarland zunächst zu vergeben waren, waren dem saarländischen Ministerium zufolge bereits im Dezember vergeben. Weitere Terminbuchungen – auch hier zunächst nur für ältere Bürger sowie medizinisches Personal – sollen jedoch ab dem 4. Januar wieder möglich sein.

Eine Terminbuchung in einem Impfzentrum kann telefonisch unter 0681 501 44 22 und 0800 999 15 99 oder online unter www.impfen.saarland.de erfolgen.

Sachsen

In Sachsen stehen 13 Impfzentren für die Impfung gegen das Coronavirus bereit. Ihr Betrieb soll um den 11. Januar gestartet werden, sofern ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht und kontinuierlich nach Sachsen geliefert wird. Die Impfungen sollen ab dem 18. Januar stattfinden. 

Termine können bereits über ein Buchungsportal vereinbart werden.  Im ersten Schritt erfolgt hier eine Anmeldung, bei die Berechtiung überprüft wird. Anschließend ist eine Terminvereinbarung über eine Link möglich, der per E-Mail zugeschickt wird.

In Kürze werden Terminbuchungen auch über die Telefon-Hotline 0800 0899 089 möglich sein. 

Die Termine zur Impfung werden an entsprechend priorisierte Personengruppen je nach Verfügbarkeit vergeben.

Sachsen-Anhalt

Die ersten der 14 Impfzentren in allen Landkreisen und kreisfreien Städten in Sachsen-Anhalt sollen am 11. Januar mit dem Impfen von Über-80-Jährigen starten. Terminbuchungen sollen ab dem 11. Januar unter der zentralen Rufnummer 116 117 (erreichbar täglich 8 bis 22 Uhr) oder online unter www.impfterminservice.de möglich sein.

Schleswig-Holstein

Die ersten 15 von insgesamt 29 geplanten Impfzentren in Schleswig-Holstein haben ihren Betrieb am 4. Januar aufgenommen.

Aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit des Impfstoffes werden die Termine wochenweise vergeben. Die ersten verfügbaren Termine waren bereits nach kurzer Zeit ausgebucht. Auch das Kontingent für die zweite Terminvergabe am 5. Januar war in weniger als einer halben Stunde erschöpft.

Am 12. Januar soll die nächste Terminvereinbarung für priorisierte Personen über die Telefon-Hotline 116 117 (erreichbar täglich 8 bis 22 Uhr) oder die Webseite www.impfen-sh.de möglich sein.

Thüringen

In Thüringen soll die Öffnung der 29 zentralen Impfzentren zum 13. Januar beginnen – in Abhängigkeit der Impfstoff-Verfügbarkeit. Da bereits über 20.000 Erst- und Folgetermine vereinbart sind, werden zurzeit keine weiteren Impftermine vergeben.

Das Terminvergabe-Portal ist dennoch seit 8. Januar wieder freigeschaltet. Es ist auch möglich, sich über die Telefonnummer 03643 49 50 490 zu melden.

Wie in allen Bundesländern gilt: Die Terminvergabe soll zunächst nur für Personen der Stufe »höchste Priorität« erfolgen.

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