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Demenz

So früh wie möglich handeln

Demenz beginnt schleichend – oft lassen sich die ersten Symptome erst im Nachhinein richtig deuten. Doch obwohl die Wissenschaft heute schon recht gut weiß, welche Veränderungen im Gehirn für die Erkrankung verantwortlich sind, sind die Möglichkeiten der Früherkennung und Therapie bislang begrenzt. Dennoch: Eine möglichst frühe Diagnose hilft.
Clara Wildenrath
04.04.2019
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Der Name einer Bekannten ist entfallen, der Geburtstag eines Freundes wurde vergessen oder der Schlüssel verlegt - das ist normal und kommt mit zunehmendem Alter tendenziell häufiger vor. Wenn aber Gedächtnisprobleme den Alltag immer stärker beeinträchtigen, kann das ein Zeichen für eine beginnende Demenz sein. Vergesslichkeit ist jedoch nur eines von zahlreichen Merkmalen einer Demenz. Auch andere geistige Fähigkeiten leiden, zum Beispiel die Auffassungsgabe, das Denkvermögen, die Sprache und der Orientierungssinn. Menschen mit Demenz entwickeln deshalb zunehmend Schwierigkeiten, sich neue Informationen einzuprägen, sich auf eine Sache zu konzentrieren, Gedankengänge zu artikulieren und Aussagen anderer zu verstehen. Auch die Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen, sich örtlich oder zeitlich zurechtzufinden und mit bislang vertrauten Gegenständen umzugehen, leidet. Zu den kognitiven Einschränkungen kommen oft Veränderungen des Sozialverhaltens und eine verringerte Impulskontrolle, die sich in Angst, Unruhe oder Aggressivität äußern kann.

In Deutschland leiden nach Angaben der Deutschen Alzheimer-Gesellschaft derzeit 1,7 Millionen Menschen an einer Demenz. Jedes Jahr werden es etwa 40 000 mehr. Die Erkrankungshäufigkeit steigt mit zunehmendem Alter: Von den 60-Jährigen ist nur jeder Hundertste betroffen, von den 80-Jährigen schon fast jeder Sechste und von den über 90-Jährigen sogar nahezu jeder Zweite. Allerdings können manche Demenzformen auch bei deutlich jüngeren Menschen auftreten.

Etwa 80 Prozent aller Demenzen, darunter auch die Alzheimer-Erkrankung, sind die Folge eines Verlusts von Nervenzellen und -verbindungen im Gehirn. Mediziner sprechen deshalb von neurodegenerativen Erkrankungen. An zweiter Stelle der Ursachen stehen Veränderungen der Blutgefäße im Gehirn, die die Durchblutung beeinträchtigen – was ebenfalls das Hirngewebe schädigt. Bei etwa einem Drittel der Demenzpatienten liegt eine Kombination von neurodegenerativen und vaskulären Ursachen vor. Reine Gefäßerkrankungen bedingen etwa zehn Prozent aller Demenzen. Sogenannte sekundäre Demenzen, die zum Beispiel in Folge einer Infektion oder Hirnverletzung auftreten, machen ebenfalls etwa ein Zehntel aller Fälle aus.

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