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Die Kraft der Worte

So geht schlagfertig

Manche Menschen sind von Natur aus schlagfertig und haben immer eine passende Antwort parat. Den meisten Menschen fällt eine spontane Reaktion allerdings nicht so leicht. Trotzdem kann die eigene Schlagfertigkeit systematisch trainiert und verbessert werden. Wählen Sie dazu aus den folgenden Vorschlägen diejenigen Maßnahmen aus, die am besten zu Ihnen passen.

Zunächst ist es wichtig, sofort auf unpassende Aussagen zu reagieren und die Bemerkung nicht verlegen oder wortlos hinzunehmen. Ihre Reaktion kann je nach Situation in einer Gegenfrage, einer Standardformulierung oder in einer ganz individuellen Antwort bestehen. Die Reaktion muss nicht unbedingt eine rhetorische Spitzenleistung sein, nur völlige Sprachlosigkeit sollten Sie vermeiden.

Mit einer Gegenfrage können Sie bei Bedarf die eigene Schrecksekunde überbrücken und etwas Zeit zum Nachdenken gewinnen. Der Gesprächspartner gerät durch die Frage zunächst in die Defensive, weil er seine Aussage nun näher erklären und begründen muss. Je nach Situation eignen sich folgende Formulierungen: Warum sagen Sie so etwas? Wie sind Sie zu dieser Meinung gekommen? Warum greifen Sie mich jetzt persönlich an, statt sachlich zu bleiben? Haben Sie Beweise für Ihre Behauptung? Was schlagen Sie jetzt vor?

Überlegen Sie sich außerdem einige Standardformulierungen, die in vielen Situationen universell anwendbar sind. Vorbereitete Formulierungen sind zwar keine echte Schlagfertigkeit, ermöglichen aber trotzdem eine scheinbar spontane Antwort. Nachfolgend finden Sie daher einige Formulierungen, die in sehr vielen Situationen wirken.

Standard hilft

Bei einem unangemessenen Umgangston Ihres Gegenübers können Sie sein Verhalten direkt ansprechen. Beispiel: »Ich bin nicht bereit, mich in diesem Ton mit Ihnen zu unterhalten. Lassen Sie uns bitte sachlich bleiben.« oder »Ich glaube, Sie vergreifen sich gerade im Ton.« Offensiver wäre der Satz: »Haben Sie immer so schlechte Laune oder gibt es manchmal auch freundliche Tage?«

Bei persönlichen Angriffen gelingt es oft, der negativen Aussage des Angreifers eine positive Bedeutung zu geben. Auf die Aussage: »Du bist so ein Pedant!« können Sie antworten: »Wenn du damit meinst, dass ich mir jeden Sachverhalt ganz genau anschaue, damit in der Apotheke keine teuren Fehler passieren und damit unsere Kunden immer optimal beraten werden, dann hast du recht. Dann bin ich wohl ein Pedant.« Auf diese Weise können viele negative Begriffe positiv interpretiert werden. Oft passt auch die Formulierung: »Persönliche Angriffe und Beleidigungen bringen uns nicht weiter. Bleiben Sie bitte sachlich.«

Wenn der Gesprächspartner indiskrete Fragen zu privaten Sachverhalten stellt, auf die man nicht antworten möchte, so eignet sich oft die Gegenfrage: »Warum möchten Sie das wissen? Ist das für Sie wichtig?« Der Gesprächspartner erkennt dann meist selbst, dass ihn der Sachverhalt eigentlich nichts angeht. Bei indiskreten Fragen zu beruflichen Themen lässt sich eine konkrete Antwort oft mit folgenden Formulierungen vermeiden: »Dazu habe ich mir noch keine abschließende Meinung gebildet. Ich muss noch einige Punkte klären«, oder auch: »Dazu kann ich jetzt noch nichts sagen.« Weitere Möglichkeiten: »Die Frage stellt sich für mich derzeit nicht. Wir sollten vorrangig über ein anderes Thema sprechen, nämlich über …!« oder: »An der Diskussion und an der Spekulation über diese Frage möchte ich mich nicht beteiligen. Das überlasse ich gerne anderen.«

Bei unsachlicher Kritik an eigenen Vorschlägen und Ideen kann die Antwort lauten: »Müssen Sie mich in diesem Ton angreifen, nur weil wir unterschiedlicher Meinung sind?« oder »Das ist Ihre persönliche Meinung. Ich bin anderer Meinung, weil …!« Oft passt auch: »Welche Alternative schlagen Sie vor?«, um den Gesprächspartner in Erklärungsnot zu bringen.

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