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Körperkontakt

So gesund sind Berührungen

Umarmt euch! Der Mensch braucht Körperkontakt, fast so wie die Luft zum Atmen. Erwachsenen hilft er bei der Stressbewältigung, Babys beim Heranwachsen. »Ohne Berührungen verkümmert der Mensch und kann krank werden«, sagt Ute Repschläger vom Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten (IFK).
dpa/PTA-Forum
17.01.2020  16:00 Uhr

Die Haut eines Erwachsenen misst bis zu zwei Quadratmeter, ausgebreitet wäre das in etwa die Größe einer Tür. Weil Körper und Psyche eng zusammenhängen, lösen Berührungen auf unserem größten und sensibelsten Sinnesorgan etwas in uns aus. Werden wir umarmt, schüttet der Körper Botenstoffe aus, die im Volksmund als »Glückshormone« bezeichnet werden. Oxytocin etwa entfaltet eine beruhigende Wirkung, hilft beim Stressabbau und stärkt zwischenmenschliche Bindungen. Dopamin wirkt stimmungsaufhellend.

Verschiedene Studien haben der Therapeutin zufolge gezeigt, dass das Herz von Menschen, die sich regelmäßig umarmen, ruhiger schlägt. Menschen mit regelmäßigem Körperkontakt wiesen zudem niedrigere Stresshormon- und Blutdruckwerte auf.

Kinder werden häufig umarmt, Senioren kaum

Besonders Kinder werden im Vergleich zu älteren Menschen oft umarmt. »Kinder suchen von sich aus körperliche Nähe zur Stressbewältigung«, erklärt Martin Grunwald, Leiter des Haptik-Forschungslabors an der Universität Leipzig. Gerade die Kindheit sei eine »wichtige Kontaktzeit«. Vor allem in der frühkindlichen Entwicklung habe dieser Kontakt einen fundamentalen Einfluss, ergänzt Repschläger.

Besonders ältere Menschen aber leben oft mit einem Berührungsdefizit. Ausreichenden Kontakt gibt es oft nur, solange der Partner noch lebt. Grunwald: »Die Körperlosigkeit eines alten Menschen können sich die jungen gar nicht vorstellen.« Nicht jeder hat Freunde oder Familie zum Umarmen.

Dabei tuen die Berührung eines nahe stehenden sympathischen Menschen laut Repschläger besonders gut, da sie mit Vertrauen einhergehe. Selbst das Schmusen mit dem Haustier habe hinsichtlich der »Glückshormone« einen Effekt. »Die beruhigenden Aspekte einer kurzen Umarmung sind schneller und stärker bei einer vertrauten Person«, erklärt Grunwald. Doch auch bei Umarmungen durch fremde Personen könne sich ein Glücksgefühl einstellen.

Es komme aber immer auf die Art der Berührung an: Körperliche Berührungen in einer überfüllten Bahn zum Beispiel lösten bei vielen Menschen eher Unbehagen aus, erklärt Repschläger. Auch bei einer Pflegekraft etwa muss erst ein Vertrauensverhältnis aufgebaut werden, damit der Kontakt wirklich guttun kann.

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