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Verhaltenstipps

So heilt die Wunde nach der Zahn-Operation gut

Von Zahnschmerz bis Mundgeruch: Täglich suchen Patienten rund um die Mundgesundheit Rat in der Apotheke. Um fit für die Beratung zu sein, streift die mit diesem Beitrag beginnende Zahnserie einmal querbeet durch die Zahnmedizin. Im ersten Teil erfahren Sie, worauf es nach einer Zahnextraktion oder einem Eingriff im Mundbereich ankommt.
Anna Carolin Antropov
02.03.2023  08:00 Uhr

Ein kariöser Zahn ist nicht mehr zu retten oder für Weisheitszähne bleibt einfach kein Platz? Dann muss der Zahn raus. Auch bei einer Wurzelspitzenresektion oder bei einer Abszessentfernung kommt der Zahnarzt nicht um einen Eingriff herum. Damit die Heilung reibungslos funktioniert, sollten Patienten einige Verhaltensmaßnahmen beherzigen. Intermittierendes Kühlen mit kalten Tüchern oder Coolpacks ist das A und O, um Schwellung und Schmerzen bestmöglich zu minimieren. Das ist besonders in den ersten ein bis zwei Tagen wichtig. Aber Achtung, direkt aus der Tiefkühltruhe darf ein Geschirrtuch oder Handtuch nicht fehlen – andernfalls drohen Erfrierungen. Bewährt hat sich etwa 20-minütiges Kühlen mit anschließender Kühlpause von etwa 20 bis 30 Minuten.

Essen dürfen Patienten erst dann wieder, wenn die lokale Betäubung nachgelassen hat, damit sie sich nicht versehentlich auf Lippe, Zunge oder Wange beißen. Kauintensive Gerichte sollten sie zunächst von ihrem Speiseplan streichen. Gleiches gilt für bröseliges Essen, wie etwa Hackfleisch oder Körnerbrot, schließlich könnten Körner oder Krümel leicht in die Wunde gelangen und dort Probleme hervorrufen. Auch scharfe Gewürze oder sehr heiße Speisen sind keine gute Wahl, ebenso wenig Fruchtsäfte oder Obst, damit die Säure die Wunde nicht unnötig reizt. Doch glücklicherweise greifen die meisten intuitiv zum passenden Essen.

Auch wenn es Rauchern schwerfällt: Der Glimmstängel verzögert die Wundheilung und erhöht das Risiko für Komplikationen. Patienten sind gut beraten, nach dem Eingriff kurzfristig auf ein Nikotinpflaster auszuweichen. Gute Alternativen stellen auch Nikotin-Lutschtabletten oder ein Spray dar. Kaugummis sind wegen der zusätzlichen Kaubelastung nur mäßig geeignet, aber immer noch besser als der Griff zur Zigarette. Selbstredend ist auch Alkohol tabu. Kaffee und schwarzer Tee sollten für zwei Tage ebenfalls gestrichen werden. Denn das enthaltene Koffein treibt den Blutdruck nach oben und begünstigt Nachblutungen. Nehmen Patienten »Blutverdünner« ein, bespricht der Arzt im Vorfeld, ob die Einnahme wirklich pausiert werden muss oder nicht. Falls es doch hinterher blutet, sollten Patienten Ruhe bewahren, auf einen Tupfer oder ein sauberes (Stoff-)Taschentuch beißen und keinesfalls an der Wunde saugen oder ständig ausspucken. Kommt die Blutung nach etwa einer halben Stunde nicht zum Stillstand, ist der Zahnarzt aufzusuchen.

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