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So kam das Johanniskraut zu seinem Namen

Von Juni bis August lacht das intensiv gelb blühende Johanniskraut mit der Sonne um die Wette.  Sein Name kommt nicht von ungefähr. 
Elke Wolf
24.06.2022  15:00 Uhr

Johanniskraut (Hypericum perforatum) zeigt sich meist zur Sommersonnenwende in seiner vollen Blütenpracht. So wurde es nach alter Tradition mit Vorliebe am 24. Juni geerntet, dem Johannistag, an dem Johannes dem Täufer gedacht wird.

Das erklärt, warum Johanniskraut volkstümlich auch »Sonnwendkraut« genannt wird. Und auch die Bezeichnung »Herrgottsblut« ist nachvollziehbar, wenn man biologisch-chemische Eigenarten der Pflanze kennt. In der Mitte der goldgelben Blüten sitzen auffällige, in Büscheln angeordnete Staubblätter. Sieht man genauer hin, erkennt man an deren Rand und auf der Blattfläche zahlreiche durchscheinende Pünktchen. Dabei handelt es sich um Öldrüsen, die den ätherischen Ölen als Speicherorte dienen. Das ist auch der Grund für den lateinischen Artnamen »perforatum«; die Blüten sehen aus wie perforiert. Verreibt man die Blütenknospen zwischen den Fingern, färben sich die Fingerkuppen rötlich. Das liegt am enthaltenen Hypericin, eine tiefrot gefärbte fettlösliche Substanz, die sich in den Tüpfeln sammelt und um den 24. Juni herum besonders hoch konzentriert sein soll.

Ob Hypericin auch für die antidepressive Wirkung des Johanniskrauts mit verantwortlich ist, konnten Forscher bisher nicht gänzlich entschlüsseln. Sie gehen von einem Zusammenspiel vieler Substanzen der Pflanze, dabei vor allem das Hyperforin, aus.

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