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Nicht heimlich in den Pudding

So nehmen Kinder ihre Medikamente – ohne Drama

Kinder sind Gewohnheitstiere

Eine andere Möglichkeit ist, die Dosis in kleine Portionen aufzuteilen. »20 ml kann man gut in 5 oder 10 ml splitten und dazwischen eine andere Flüssigkeit zu trinken geben«, schlägt Glarum vor. Man könne auch vor jeder Portion dem Kind eine schöne Aktivität anbieten, wie etwas zu malen oder mit Lego zu bauen. Bei einem Baby könne man mit einer Spritze die Flüssigkeit tropfenweise zwischen Wange und Zunge platzieren. Auf diese Weise umgehe man die sensiblen Geschmacksknospen.

Da Kinder Routinen mögen, kann es zur Erleichterung im Alltag beitragen, auch die Medikamentengabe als festes Ritual zu integrieren. Also zum Beispiel erst zu Abend essen, dann vorlesen, dann das Medikament nehmen, dann baden etc. »Es gibt einen genauen Ablauf und die Kinder wissen, wann sie damit rechnen können, dann ist es nicht jedes Mal von Neuem eine Überraschung für sie«, erläutert die Pädagogin.

Wahlmöglichkeiten lassen

Es gebe zwar keine Spielraum für das Kind, ob es das Medikament einnimmt oder nicht. Dennoch können Eltern dem Kind gewisse Wahlmöglichkeiten lassen, denn das gibt dem Kind ein Gefühl der Kontrolle über eine Prozedur, die ihm ansonsten schnell aufgezwungen und überwältigend erscheinen mag. Es darf zum Beispiel entscheiden, ob es die Medizin vor oder nach dem Baden oder Vorlesen haben möchte, mit oder ohne Saft...

Um den Kindern das angstfreie Schlucken von Tabletten beizubringen, empfiehlt Glarum, mit bestimmten kleinen Lebensmitteln wie Süßigkeiten anzufangen, die kleiner sind als die Tablette. Das nimmt dem Kind die Angst, sich zu verschlucken, und es kann vorher in Ruhe das Schlucken trainieren, bevor es an die Tablette geht. So steigert es Schritt für Schritt sein Vertrauen und seine Komfortzone.

Ein weiteres praktisches Hilfsmittel, dass das Schlucken auf zweierlei Art erleichtern kann, ist ein Strohhalm. Zum einen lenkt das Saugen die Aufmerksamkeit des Kindes vom Tablette-Schlucken ab. Zum anderen erzeugt das Kind mit dem Strohhalm einen Sog, der stark genug ist, um das Medikament schnell runterzuspülen. »Das gibt ihnen mehr Vertrauen«, erläutert Glarum, »weil es leichter runtergeht.«

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