So steht es um den PTA-Beruf |
PTA sind ein wichtiger Bestandteil des Apothekenteams. / Foto: Getty Images/izusek
PTA sind unverzichtbar und aus der Apotheke nicht wegzudenken: Sie beraten Kunden in der Selbstmedikation und zu verschreibungspflichtigen Arzneimitteln, bearbeiten Rezepte, stellen Rezeptur- und Defekturarzneimittel her und prüfen Ausgangsstoffe – um nur einige der zahlreichen Tätigkeiten zu nennen. Neu hinzugekommen sind pharmazeutische Dienstleistungen, von denen PTA zwei durchführen können: die Blutdruckerfassung und die Inhalatorschulung. Inhaltlich ist der Job also vielseitig. Wer sich beruflich weiterentwickeln will, hat zudem die Möglichkeit, sich fortzubilden, beispielsweise zur Fach-PTA, oder ein Studium anzuhängen.
Doch der Beruf hat auch seine Schattenseiten – eine im Vergleich mit anderen Berufen geringe Bezahlung, unbequeme Öffnungszeiten, kaum Karrierechancen in der öffentlichen Apotheke und begrenzte Kompetenzen. Daran hat auch das PTA-Reformgesetz, das dieses Jahr in Kraft getreten ist, nicht viel geändert. Was nun aber möglich ist: Die Arbeit unter Verantwortung anstatt unter Aufsicht, wobei noch einige Hürden zu meistern sind. Ebenso wurde die PTA-Ausbildung inhaltlich überarbeitet, ist in Teilzeit möglich und der Praxisteil hat eine klare Richtlinie bekommen. Auch das alte Berufsgesetz wurde ad acta gelegt und ein neues entworfen, in dem erstmals das Berufsbild mit seinen Facetten definiert wird.
Wie es in Zukunft weitergeht, ist schwer vorherzusagen. Der Apothekerschaft ist angesichts des Personalmangels bewusst, dass der Beruf deutlich an Attraktivität gewinnen muss. Ein entsprechender Antrag der Apothekerkammer Nordrhein auf dem Deutschen Apothekertag (DAT) 2021 wurde angenommen und bei der Bundesapothekerkammer (BAK) die Arbeitsgemeinschaft »Attraktivität des PTA-Berufs« gebildet. Diese soll Modelle erarbeiten wie beispielsweise Fortbildungs- oder Weiterqualifizierungsmaßnahmen, die den Beruf weiterbringen. Auf dem DAT 2022 war hingegen die PTA-Ausbildung ein Thema. Hier haben die Apotheker beschlossen, sich für eine durchgehende Vergütung während der Ausbildung einzusetzen. Ein duales Ausbildungskonzept wurde jedoch abgelehnt. Der Berufsverband BVpta und die Apothekengewerkschaft Adexa setzen sich ebenfalls für den PTA-Beruf ein und fordern unter anderem mehr Kompetenzen.
Im Jahr 2021 waren 68.323 PTA in Apotheken tätig, der Frauenanteil beträgt etwa 97 Prozent. Insgesamt arbeiten etwa 160.000 Menschen in öffentlichen Apotheken, davon zwei Drittel PTA oder PKA. Etwa 23 % der Apothekeninhaber bieten PTA-Schülern den praktischen Teil der Ausbildung an. Im Schuljahr 2019/2020 nahmen 3.936 PTA-Schüler die Ausbildung auf.
Quelle: ABDA – Zahlen, Daten, Fakten 2022; Bedarfsanalyse 2019