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Mikroflora

So viele Bakterien leben auf der Brille

Über 5.200 verschiedene Bakterienarten haben Forscher der Hochschule Furtwangen auf Brillen von 30 Probanden gefunden. Darunter befanden sich hauptsächlich harmlose Mikroorganismen. Doch auch potenzielle Krankheitserreger ließen sich nachweisen. Ihre Ergebnisse veröffentlichte die Arbeitsgruppe um Professor Dr. Markus Egert Ende März im Fachmagazin »Scientific Reports«.
Michelle Haß
06.05.2020
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Für die Untersuchung nahm das Forscherteam Abstriche von Bügel, Gläsern und Nasenpolster der Brillen und unterzog die Proben anschließend einer DNA-Analyse. Mit ihren Ergebnissen wollten die Wissenschaftler eine Grundlage für die Beurteilung von Brillen als Keimüberträgern schaffen. Insgesamt entdeckten sie 5.232 verschiedene Bakterien-Arten aus 665 Gattungen.

Entgegen den Erwartungen war die Artenvielfalt besonders auf den Brillengläsern hoch, auf den Nasenpolstern am geringsten. Bei einem Großteil der gefundenen Bakterien handelt es sich um unbedenkliche Haut- und Schleimhautbakterien, die über die Gesichtshaut, Hände oder beim Brille putzen durch Hauchen auf die Brille gelangen. Doch auch potentiell pathogene Keime fanden die Forscher. Jene bergen gerade bei empfindlichen Menschen das Risiko von Infektionen besonders im Augenbereich.

Um dem vorzubeugen, empfiehlt die Arbeitsgruppe, die Brille regelmäßig feucht zu reinigen. In einer vorangegangenen Studie hatten sie bereits gezeigt, dass sich die bakterielle Belastung auf Brillen durch eine feuchte Reinigung, etwa mit Brillenreinigungstüchern, um circa 95 Prozent reduzieren lasse. In einer Pressemitteilung der Universität erklärte Egert außerdem, eine feuchte Reinigung mit alkoholischen oder tensidhaltigen Brillenreinigungstüchern oder einfach mit Wasser und Spülmittel sei nach aktuellem Wissensstand auch eine sinnvolle Strategie zur Entfernung von Corona- und anderen Viren auf der Brille.

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