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Rehabilitation

So wichtig ist Sport nach Krebs

Eine Krebstherapie schwächt viele Patienten und geht häufig mit starkem Gewichtsverlust, Muskelabbau und Erschöpfung einher. Auch seelisch hinterlässt Krebs und seine Behandlung Spuren. Sport und Bewegung helfen, wieder »auf die Beine« zu kommen, auch wenn es mitunter Überwindung kostet.
dpa/Katja Egermeier
03.02.2020
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»Sport kann nicht die medizinische Behandlung ersetzen, ist aber eine ganz wichtige unterstützende Maßnahme«, erläutert Martina Schmidt, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar. Bewegung könne nicht nur die körperliche Leistungsfähigkeit aufrechterhalten oder wieder aufbauen, sondern auch Nebenwirkungen wie die starke Erschöpfung mildern oder vorbeugen.

Mittlerweile sei bei den Patienten angekommen, dass Sport generell gut tue, so Schmidt. »Eine Befragung von uns hat gezeigt, dass eine übergroße Mehrheit der Krebspatienten Sport als sehr wichtig erachtet.« Doch bei der Umsetzung hapere es teilweise noch.

»Generell gilt: Was Spaß macht, ist gut. Jede Bewegung ist besser als keine«, so die Forscherin. Aber der Sport müsse der jeweiligen Situation angepasst sein. »Patienten sollten immer Rücksprache mit dem Arzt halten, um Aspekte wie frische Narben, Begleiterkrankungen oder ein geschwächtes Immunsystems zu berücksichtigen«, betont sie. Allgemein sei eine Mischung aus Ausdauer- und Kraftsport gut, wenigstens zwei bis drei Mal pro Woche für jeweils etwa 30 Minuten. »Man darf sich auch ruhig mal ein bisschen anstrengen und aus der Puste kommen.«

»Die Krebspatienten sind ein Spiegel der Gesellschaft«, sagt die Berliner Sporttherapeutin Anke von Popowski, die seit Jahren mit Erkrankten arbeitet. Einige Menschen seien hoch motiviert und blieben dies auch. Anderen hingegen falle es schwer, sich aufzuraffen, gerade wenn sie unter dem Fatigue-Syndrom, der starken Erschöpfung, litten. »Der Krebs macht ja auch seelisch etwas mit den Patienten, das ist schon anders als nach einer Hüft-OP«, betont von Popowski.

Warum wirkt Sport so positiv?

»Es gibt nicht den einen Mechanismus, sondern die Wirkung ist vielschichtig. Allgemein gehen wir davon aus, dass Sport unter anderem über die Verbesserung der Fitness, also von Herz-Kreislauf-, Lungen- und Muskelfunktion, Abbau von Körperfett oder die Stärkung des Immunsystems wirkt«, sagt Schmidt. Aus einem Versuch mit Mäusen gebe es zudem Hinweise, dass Sport den Rückgang eines Tumors fördern könnte – wie genau, ist aber noch unklar.

»Bei Langzeitbeobachtungs-Studien sieht man, dass die Überlebens- und Rückfallraten bei Patienten, die Sport getrieben haben, besser sind als bei passiven Menschen. Bei solchen Studien kann es aber auch Verzerrungen der Ergebnisse geben«. Der eindeutige Nachweis der Kausalität stehe noch aus, betont Schmidt.

Nicht zuletzt wirke sich der Sport auch auf die Psyche der Krebspatienten aus, betont sie. »Patienten gewinnen wieder Vertrauen in den eigenen Körper und haben das Gefühl, selbst aktiv zu werden. Das ist oft wichtig, denn bei der Therapie sind sie oft in der passiven Rolle – es wird etwas mit ihnen gemacht, man fühlt sich ausgeliefert.« Das bestätigt auch Anke von Popowski: »Man nimmt das Zepter wieder selbst in die Hand. Der Sport trägt wesentlich dazu bei, wieder aktiv zu werden und eine Struktur ins Leben zu bringen.«

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