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Soja im Dauertrend

Zur Herstellung von Sojadrink – landläufig auch als Sojamilch bezeichnet – werden Sojabohnen in Wasser quellen gelassen und dann zerkleinert. Die entstehende dickflüssige weiße Masse wird gekocht und anschließend filtriert. Diese Flüssigkeit kann dann mit oder ohne Zusätze als Sojadrink in den Handel kommen. Versetzt man sie mit Milchsäurebakterien, so gerinnt die Sojaflüssigkeit und entwickelt einen leicht säuerlichen Geschmack – der Sojagurt.

Tofu ist eine quarkähnliche eiweißreiche Masse. Sie wird ebenfalls aus der Pressflüssigkeit von Sojabohnen durch Gerinnung hergestellt. Als TVP (textured vegetable protein) bezeichnen Lebensmitteltechnologen ein fleischähnliches Produkt, das aus dem Sojaeiweiß entsteht, wenn es unter hohem Druck und hohen Temperaturen durch Lochscheiben gepresst wird. Während Tofu und Sojafleisch geschmacksneutral sind, zeichnet sich der fermentierte Tempeh durch einen würzigen Eigengeschmack aus. Zur Tempeh-Herstellung werden geschälte und gedämpfte Sojabohnen mit einer speziellen Pilzkultur beimpft, die die Bohnen zu einer festen Masse verbindet.

Raffiniertes Sojaöl wird als reines Öl oder mit anderen Pflanzenölen vermischt angeboten. Auch Kosmetika, Lacke und Farben enthalten Sojaöl. Nicht zuletzt dient es als Rohstoff für Biodiesel. Soja-Lecithin fällt bei der Gewinnung von Sojaöl an. Wegen seiner emulgierenden Wirkung ist es in der Lebensmittelindustrie ein viel genutzter Hilfsstoff.

Schattenseite Allergie

Sojaeiweiß kann Allergien auslösen. Sind Kinder betroffen, so verschwindet die Allergie oft mit dem Heranwachsen von selbst. Im Erwachsenenalter sind meist Menschen betroffen, die primär eine Allergie gegen Birke, Hasel oder Erle haben. Sie entwickeln eine Kreuzallergie gegen Soja, da sich bestimmte Eiweißstrukturen in Baumpollen und Sojaeiweiß ähneln. Nach europäischer Kennzeichnungspflicht müssen alle Lebensmittel, die Soja enthalten, gekennzeichnet sein.

Gigantische Plantagen

Haupteinsatzbereich für Soja ist die Nutztierhaltung. Laut Greenpeace werden 87 Prozent des in die Europäische Union importierten Soja als Tierfutter verwendet. Der größte Soja-Produzent ist aktuell Brasilien, gefolgt von den USA und Argentinien. Die global steigende Nachfrage nach Fleisch lässt den Bedarf an proteinreichem Viehfutter in die Höhe schnellen. Von 1998 bis 2018 hat sich die Soja-Anbaufläche in Brasilien mehr als verdreifacht. Dafür wurden Regenwald und artenreiche Savannen durch Sojaplantagen ersetzt. Dies hat bekanntermaßen massive Folgen für die Umwelt: Es beschleunigt den Klimawandel und nimmt unzähligen Tier- und Pflanzenarten den Lebensraum. Ökologisch bedenklich sind auch der massive Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf den Plantagen und die Tatsache, dass mehr als 95 Prozent der in Südamerika angebauten Bohnen gentechnisch verändert sind. Es ist davon auszugehen, dass ein Großteil der Kühe, Schweine und Hühner in Deutschland Futter erhält, das zumindest teilweise aus gentechnisch veränderten Pflanzen gewonnen wurde.

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