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Das richtige Maß

Sport während und direkt nach der Schwangerschaft

Schonendes Training ist genauso effektiv Wird der Beckenboden während, aber auch in den Monaten nach der Schwangerschaft zu stark beansprucht, kann das zu Inkontinenz oder anderen Langzeitfolgen führen. Und so ist die oft gehörte Empfehlung, in der Schwangerschaft joggen zu gehen, keine gute Idee. Joggen sei »eine denkbar ungeeignete Sportart« für Schwangere, sagt Weber.

Zum Glück gibt es genug geeignete Alternativen. Allen voran Nordic Walking und Wassergymnastik, aber auch Radfahren (für Geübte und in verkehrsarmer Umgebung) sowie Ski-Langlauf oder Yoga und Pilates. Keine Sorge, auch dieses Training ist effektiv. »Es ist ein Irrglaube, dass man durch schonende Sportarten weniger Kalorien verbrennt«, sagt Sporttherapeutin Krauss. Das Fitnesslevel lasse sich auf diese Art und Weise gut erhalten oder sogar leicht verbessern.

Richtig trainieren, Risiken vermeiden

Wichtig sei dabei aber immer die richtige Ausführung – im Zweifel lässt man sich lieber professionell anleiten, rät Sulprizio. So sollte man etwa beim Krafttraining die Gewichte deutlich reduzieren und dafür auf mehr Wiederholungen setzen. Ein wichtiges Detail: Die geraden Bauchmuskeln nicht isoliert trainieren.

Außerdem ist es empfehlenswert, im sogenannten aeroben Bereich zu trainieren, damit die Sauerstoffzufuhr für das Kind bestehen bleibt und das Blut nicht übersäuert, sagt Sulprizio. Das lässt sich einfach feststellen: Wenn man sich nebenbei unterhalten kann und am nächsten Tag keinen Muskelkater hat, war die Trainingsintensität optimal.

Hält man sich an die individuellen Empfehlungen von Expertinnen und Experten, hört auf sein Körpergefühl und kontrolliert nebenbei seinen Puls beim Sport – die maximale Herzfrequenz sollte je nach Alter und Fitnesszustand zwischen 135 und 150 liegen – dann geht vom Sport fürs Ungeborene kein Risiko aus. Ganz im Gegenteil, sagt die Hamburger Gynäkologin Koene: »Durch die verbesserte Stoffwechselsituation der Mutter wird dem Baby der Weg für ein gesundes Leben bereitet.«

Und falls ein professioneller Nordic-Walking- oder Schwangerschaftskurs in Pandemiezeiten nicht möglich ist, zahlt es sich aus, im Alltag aktiv zu sein. Zum Beispiel, indem man eine Haltestelle früher aussteigt und noch ein Stück spaziert.

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