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Bundesweite Testphase verschoben

Starttermin des E-Rezepts wackelt

Gematik bleibt optimistisch

Die Gematik ist trotz dieses Rückschlags weiterhin optimistisch. »An der bundesweit verpflichtenden Einführung des E-Rezepts zum 1. Januar 2022 ändert sich nichts«, heißt es in einem Statement. Grund für den Optimismus sei, dass ab Oktober »ein deutlicher Anstieg der Zahl der angepassten Primärsysteme« in Praxen und Apotheken erwartet werde. »Die Gematik hat die technischen Voraussetzungen für das E-Rezept fristgerecht umgesetzt und bereitgestellt, und die bisherige Testphase zeigt: Das E-Rezept funktioniert«, erklärt Gematik-Chef Leyck Dieken. »Die Einführung ist ein anspruchsvolles Vorhaben mit vielen Beteiligten. Je nach technischer Ausstattung werden Praxen und Apotheken nach und nach in der Lage sein, E-Rezepte auszustellen bzw. einzulösen.«

Denkbar wäre, dass das neue Verordnungssystem in den Praxen nicht obligatorisch, sondern optional startet. Ärzte könnten dann selbst entscheiden, ob sie digital per DataMatrix-Code oder auf Muster-16-Fomularen verordnen. Doch selbst wenn das neue Verordnungssystem als Option startet, wäre ein weiteres, großes Problem für die GKV-Versicherten ungelöst: Die Identifizierung in der E-Rezept-App der Gematik ist nur über die sogenannte NFC-Technologie möglich, die nur sehr wenigen GKV-Versicherten überhaupt zur Verfügung steht. Die Folge wäre also, dass die E-Rezepte anfangs fast alle ausgedruckt werden, um in der Apotheke von Papier abgescannt zu werden. Doch auch hier ist die Gematik optimistisch: Es lägen Zusagen weiterer großer Krankenkassen vor, die sich nun ebenfalls aktiv an der Testphase beteiligen werden, teilte die Gesellschaft am heutigen Donnerstag mit.

Elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung startet pünktlich

Separat zum E-Rezept startet am 1. Oktober die digitale Übermittlung von Krankschreibungen, den elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (eAU). Arztpraxen schicken diese Bescheinigungen an die Krankenkassen – der Arbeitnehmer muss das also nicht mehr selbst tun. In einer Übergangszeit von drei Monaten können die Praxen trotzdem noch auf Ausdrucke setzen, ab Januar ist die digitale Krankschreibung aber Pflicht – dann müssen sie die dafür notwendigen technischen Standards erfüllen und an das KIM-System angeschlossen sein.

Das Kürzel KIM steht für Kommunikation im Medizinwesen. Einen Zettel bekommt der Patient trotzdem noch in die Hand, und zwar die Krankschreibung für seinen Arbeitgeber. Erst ab Juli 2022 sollen die Arbeitgeber hierbei einbezogen werden, damit die eAU direkt auch an sie übermittelt werden können.

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