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STIKO erweitert Empfehlungen für Corona-Auffrischimpfung

Bisher galt der Rat, den Impfschutz gegenüber Covid-19 aufzufrischen, allein für Menschen mit einem geschwächtem Immunsystem. Nun weitet die Ständige Impfkommission ihre Empfehlungen aus – von Senioren bis hin zum Pflegepersonal.
dpa
08.10.2021  11:30 Uhr

Die Ständige Impfkommission (STIKO) erweitert ihre Empfehlungen für Corona-Auffrischimpfungen in der Pandemie stark. Der Rat zu einer weiteren Impfung richtet sich an alle Senioren ab 70 Jahren, Pflegepersonal und medizinisches Personal. Zudem sollten Menschen, die den Impfstoff von Johnson & Johnson bekommen hatten, eine zweite Impfung erhalten. Die Empfehlungen gehen zunächst für eine Stellungnahme in Fachgremien und an die Bundesländer. Bisher gab es eine Empfehlung für eine Auffrischimpfung nur für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem.

Was Auffrischung heißt

Bei einem Booster erhalten vollständig geimpfte Menschen eine weitere Dosis eines zugelassenen Impfstoffs gegen Covid-19. Die STIKO empfiehlt hier einen mRNA-Impfstoff, unabhängig davon, welcher Impfstoff zuvor gespritzt wurde. Im besten Fall ist es das gleiche Vakzin, das bereits zur Grundimmunisierung verwendet wurde, also zum Beispiel die Impfstoffe von Pfizer/Biontech und Moderna. Jeder Booster stärkt das Immunsystem generell nochmals gegen SARS-CoV-2.

Senioren ab 70 Jahren

Im höheren Alter falle die Immunantwort nach Impfungen insgesamt geringer aus und Impfdurchbrüche könnten häufiger zu einem schweren Verlauf führen, heißt es in der Begründung der STIKO. Die Altersgrenze 70 ist dabei nicht in Stein gemeißelt. In Pflegeeinrichtungen könne eine Auffrischimpfung wegen eines erhöhten Ausbruchsrisikos auch Senioren unter 70 Jahren gespritzt werden. Für Senioren in Deutschland sind Booster nicht neu. Denn bereits seit Anfang September gibt es die politische Freigabe für ältere Senioren. Bisher haben rund 921.000 Menschen ihren Impfschutz auf diese Weise erneuert. Aufgefrischt wird in der Regel nach rund sechs Monaten.

Pflegepersonal

Das größte Ansteckungsrisiko in Pflegeeinrichtungen kommt oft von außen: über Personal und auch Besucher. Für beide Gruppen gibt es neben Impfangeboten auch aktuelle Testmöglichkeiten. Der neue Rat zur Auffrischimpfung gilt nun speziell für das Pflegepersonal in ambulanten und stationären Einrichtungen für Ältere und andere Covid-Risikogruppen. Für Eugen Brysch, Vorstand der Stiftung Patientenschutz, ist dieser Ratschlag allerdings «meilenweit von der Realität entfernt». Oftmals sei bisher, wie eine Studie aus Niedersachsen belege, erst rund die Hälfte des Pflegepersonals überhaupt gegen Covid-19 geimpft, sagte Brysch am Donnerstag. Er wünsche sich weitaus größeren Zuspruch zum Schutz der Bewohner und auch des Personals.

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