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Stress ade

Strategien bei hoher Arbeitsbelastung

Das Berufsleben ist in vielen Branchen durch ständig steigende Anforderungen und permanente Veränderungen geprägt. Viele Menschen fühlen sich durch diese Situation überfordert und verspüren immer häufiger körperliche und psychische Auswirkungen der beruflichen Arbeitsbelastung. Mit der richtigen Strategie und einigen einfachen Maßnahmen gelingt es oft, auch hohe berufliche Anforderungen souverän zu bewältigen und das eigene Wohlbefinden zu erhalten.
Andreas Nagel
21.08.2020  15:15 Uhr

Eine hohe (berufliche) Belastung wird umgangssprachlich gerne mit dem Begriff »Stress« bezeichnet. Der Begriff stammt aus dem Englischen und kann mit »Druck« oder »Anspannung« übersetzt werden. Die Medizin bezeichnet mit »Stress« eine erhöhte körperliche oder seelische Anspannung, die durch berufliche oder private Herausforderungen hervorgerufen wird. Der Puls und Blutdruck sind erhöht, die Muskeln spannen sich an und der Adrenalinspiegel steigt.

Der Urzeitmensch reagierte auf bedrohliche Situationen meist mit einem »Kampf oder Flucht«-Verhalten und baute auf diese Weise seine Anspannung schnell wieder ab. In der heutigen Zeit fehlt diese Möglichkeit, die innere Anspannung durch körperliche Aktivität wieder zu reduzieren, jedoch häufig. Trotzdem ist die körperliche Stressreaktion nicht in jedem Fall schädlich. Sie kann kurzfristig positiv wirken, wenn sie beispielsweise zur besseren Bewältigung von Herausforderungen beiträgt. Negativ wird Stress erst dann, wenn er dauerhaft auftritt. Experten unterscheiden deshalb zwischen positivem (Eustress) und negativem Stress (Distress).

Eustress erhöht kurzfristig die Leistungsfähigkeit und ist hilfreich, wenn eine problematische Situation bewältigt oder eine schwierige Aufgabe gelöst werden muss. Die Erfahrung, die Herausforderung erfolgreich gemeistert zu haben und die anschließende Entspannung steigern das Selbstvertrauen und das Wohlbefinden. Stress hat in diesem Fall eine positive Wirkung und wird nicht als Belastung empfunden.

Stressfaktoren aufspüren

Negativer Stress entsteht erst dann, wenn Stress dauerhaft und ohne körperlichen oder geistigen Ausgleich auftritt. Wer ständig viele Aufgaben gleichzeitig erledigen soll oder sich den beruflichen Anforderungen nicht gewachsen fühlt, versetzt seinen Körper in permanente Anspannung. Wenn Erholungsphasen zum Stressabbau fehlen, stellen sich meist körperliche oder psychische Beschwerden ein. Häufige Symptome sind sinkende Konzentrations- und Leistungsfähigkeit, Kopf- und Magenschmerzen, Schlafstörungen und Bluthochdruck. Im Extremfall entsteht aus der dauerhaften Stressbelastung ein »Burnout« (engl.: ausgebrannt). Mit Burnout wird ein Zustand völliger geistiger und körperlicher Erschöpfung durch chronische Überforderung bezeichnet. Typische Symptome sind Antriebslosigkeit, ständige Müdigkeit und ein Gefühl der inneren Leere. Auch einfachste Tätigkeiten werden als anstrengend empfunden. Die Lebensfreude geht verloren, der Betroffene zieht sich zunehmend aus dem sozialen Leben zurück und vernachlässigt Hobbies, Familie und Freunde.

Die beste Maßnahme gegen Stress ist es, persönliche Stressfaktoren so weit wie möglich zu reduzieren. Betroffene können einmal Ihren Tagesablauf analysieren und nach den größten Stressfaktoren suchen. Vielleicht erkennen sie Möglichkeiten, ihre Stressbelastung durch eine Veränderung von Arbeitsinhalten oder -abläufen zu reduzieren. Besprechen Sie diese Maßnahmen mit Ihrem Chef oder veranstalten Sie eine Teambesprechung zu der Frage: »Was verursacht bei uns den meisten Stress und was können wir dagegen tun?« Und wenn Sie häufig um die Übernahme kleiner Zusatzaufgaben gebeten werden, durch die Sie immer wieder unter zeitlichen Stress geraten, dann kann das Wort »Nein« zur persönlichen Stressvermeidung beitragen. Wenn Sie Ihr »Nein« nachvollziehbar und auf nette Weise begründen, wird Ihr Gesprächspartner meist Verständnis dafür haben.

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