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Guajak: historischer Anfang

Viele PTA und Apotheker kennen den Guajak-Test oder Hämoccult-Test als jahrzehntealte Methode, um okkultes Blut nachzuweisen. Er basiert auf der bereits 1864 beschriebenen Guajakharz-Methode. Erste Tests kamen 1901 über Apotheken in den Handel.

Das Harz selbst wird aus Guajak-Bäumen gewonnen. Sie wachsen in Zentralamerika und in der Karibik. Es enthält unter anderem die farblose Guajakonsäure. Die chemische Verbindung wird durch Wasserstoffperoxid zu einem blauen Chinon oxidiert. Hämoglobin aus Blut im Stuhl katalysiert diese Reaktion.

Doch Guajak-Tests haben eine niedrige Sensitivität. Zahlreiche Faktoren beeinflussen die Reaktion. Beispielsweise führen Fleischerzeugnisse, aber auch Lebensmittel mit dem Enzym Peroxidase wie Rettich zu falsch positiven Resultaten. Auch Mikroblutungen bei Patienten, die Acetylsalicylsäure regelmäßig einnehmen oder die an Hämorrhoiden leiden, täuschen Darmblutungen vor. Eisenhaltige Supplemente scheinen nicht zu stören. Allerdings kann Ascorbinsäure als Reduktionsmittel zu falsch negativen Ergebnissen führen.

Genauer mit iFOBT

Deutlich besser ist der immunologische fäkale Okkultbluttest (iFOBT). Er beruht auf einer Antikörper-Reaktion mit dem menschlichen Blutfarbstoff Hämoglobin und hat sich in Studien als zuverlässiger im Vergleich zum Guajak-Test erwiesen. Weder Hämoglobin aus Fleisch noch auf Peroxidase aus Lebensmitteln stören die Messung. Mit regelmäßigen immunologischen Okkultbluttests können rund 80 Prozent aller Darmtumore und etwa 20 bis 50 Prozent aller Vorstufen gefunden werden. Aussagen zur Menge an Blut sind nicht möglich.

Hinweis: Seit einigen Jahren gibt es außerdem einen immunologischen Stuhltest auf Pyruvatkinase M2 (PKM2). Das Enzym entsteht bei Erwachsenen nur in Tumorgewebe. Manche Ärzte bieten die Messung als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) an. Der IGeL-Monitor, ein Projekt des Medizinischen Diensts des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen, bewertet den Nutzen von M2-PK-Tests aufgrund fehlender Daten momentan als »unklar«.

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