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Rücken

Stress geht aufs Kreuz

Seelische Belastungen

Ursachen für akute nicht-spezi­fische Kreuzschmerzen sind vor allem mangelnde Bewegung, Verspannungen der Muskulatur oder degenerative Veränderungen. Nicht zu unter­schätzen ist die Bedeutung der Psyche für das Auftreten dieser Art von Rücken­schmerzen. Epidemiologische Studien haben vielfach einen engen Zusammen­hang zwischen Rückenschmerzen und seelischer Gesundheit gezeigt. Dauerhafter Stress, psychische Belastungen und Depressionen können sich in körperlichen Symptomen äußern­, ohne dass dies den Betroffenen bewusst ist. So führen Ängste beispiels­weise häufig zu Verspannungen in der Nacken-, Schulter- und Rücken­muskulatur. Psychische und körper­liche Beschwerden verstärken sich dann oft wechselseitig.

In den überwiegenden Fällen verschwinden Kreuzschmerzen nach einiger Zeit von selbst wieder. Dennoch ist es erforderlich, dass der Patient sich einem Arzt vorstellt. Denn, wie immer in der Medizin, muss zunächst geklärt werden, ob nicht eine ernsthafte Erkrankung möglicherweise Grund der Beschwerden ist, wie ein eingeklemmter Nerv, ein Wirbelkörperbruch oder Osteoporose. Die Ursachen für Kreuzschmerzen können auch außerhalb des Bewegungsapparats liegen. So kann eine Entzündung der Bauchspeichel­drüse, der Gallenblase, eine Nieren­erkrankung oder eine Endometriose schmerzhaft in den Rücken ausstrahlen.

Wenn der Arzt eine bestimmte Erkrankung als Ursache vermutet, wird er entsprechend Ultraschall- oder Blutuntersuchungen durchführen, um eine Diagnose stellen zu können. Kommt er jedoch bereits nach einem ausführ­lichen Gespräch und der körperlichen Untersuchung zu dem Schluss, dass keine gefährlichen Ursachen für die Rückenschmerzen und keine Ursachen außerhalb des Bewegungsapparates vorliegen, lautet die Diagnose »nicht-spezifische Kreuzschmerzen«. Mög­licherweise beklagen sich die Patienten später in der Apotheke darüber, dass der Arzt »noch nicht mal ein Röntgenbild gemacht hat«. Sie fühlen sich vielleicht mit ihren starken Schmerzen nicht ernst genommen, wenn der Arzt ihnen nur mehr Bewegung verordnet. In solchen Fällen gilt es, den Patienten aufzuklären und zu beruhigen. Denn die Vorgehensweise des Arztes entspricht der Empfehlung der aktuellen »Nationalen Versorgungsleitlinie (NVL) Nicht-spezifischer Kreuzschmerz«, die bild­gebende diagnostische Verfahren in solchen Fällen für überflüssig er­achtet.

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