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Pflanzliche Beruhigungsmittel

Stressempfinden runterdimmen

Reizbarkeit und Depression

Zum Indikationsfeld der Passionsblume gehören nervöse Unruhezustände, Ruhelosigkeit und Reizbarkeit in Kombination mit Einschlafstörungen. Passionsblumenextrakt enthält Flavonoide, die, wie die Inhaltsstoffe des Baldrians, den GABAA-Rezeptor modulieren und den hemmenden Effekt des Neurotransmitters verstärken. Zudem wird die Verweildauer im synaptischen Spalt verlängert, da die Wiederaufnahme über den GABAB-Rezeptor gehemmt wird. Beides zusammen wirkt entspannend, macht aber nicht müde. Passionsblumenkraut ist als Tee oder in Form von verschiedenen Fertigarzneimitteln verfügbar. Um nervös bedingte Einschlafstörungen zu behandeln, wird es oft mit Melisse, Baldrian oder Hopfen kombiniert. Auch eine Kombination mit Johanniskraut ist möglich.

Die antidepressive Wirkung des Johanniskrautes konnte in zahlreichen Studien nachgewiesen werden. Die Wirkung ergibt sich aus der Hemmung der Wiederaufnahme von Serotonin, Noradrenalin, Dopamin und GABA im zentralen Nervensystem, wodurch die Wirkdauer der Neurotransmitter verlängert wird. Monopräparate eignen sich für die Behandlung vorübergehender leichter bis mittelschwerer depressiver Verstimmungen. Tritt zusätzlich Unruhe auf, sind Kombinationspräparate gut geeignet. Kontraindiziert ist Johanniskraut bei der Einnahme bestimmter Immunsuppressiva, einigen Wirkstoffgruppen zur Behandlung von HIV-Infektionen, vielen Zytostatika sowie Antikoagulanzien wie Phenprocoumon und Warfarin. Die Kombination mit Antidepressiva, die auf den Serotonin-Haushalt einwirken, ist nicht zugelassen. Kunden sollten zudem darauf hingewiesen werden, dass die Wirkung hormoneller Kontrazeptiva vermindert sein kann und starke Sonneneinstrahlung vermieden werden sollte. Das gilt nicht nur im Sommer, sondern auch für den Aufenthalt in den Bergen oder einen Besuch im Solarium. Ein hoher Lichtschutzfaktor ist ratsam.

Ab 18 Jahren

Als gut untersuchtes Phytopharmakon gegen Unruhe in Kombination mit ängstlicher Verstimmung und Schlafstörungen gilt das Lavendelöl-Präparat Lasea®. Müdigkeit oder Aufmerksamkeitsverminderung am Tag treten nicht auf, allerdings kann es nach der Einnahme vermehrt zu unangenehmen Aufstoßen kommen. Die Einnahme zum Essen mit kalter Flüssigkeit verringert die Beschwerden. Das Präparat ist für Erwachsene ab 18 Jahren zugelassen, sollte aber nicht mit Benzodiazepinen kombiniert werden.

Ebenfalls ab 18 Jahren kann Rosenwurzextrakt empfohlen werden. Rosenwurz gehört zu den sogenannten adaptogenen Pflanzen. Sie erhöht die Widerstandsfähigkeit des Körpers gegen Stressfaktoren und verbessert die geistige Leistungsfähigkeit in anspruchsvollen, stressbelasteten Situationen. Zusätzlich gibt es Hinweise, dass auch die körperliche Belastbarkeit gestärkt wird.

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