PTA-Forum online
Narben am Herz

Stummer Herzinfarkt häufiger als gedacht

Ein Herzinfarkt kann sich durch Schmerzen in der Brust oder ein Ziehen im Arm bemerkbar machen – oder auch nicht. Er kann auch unbemerkt und ohne die typischen Symptome auftreten. Nicht bemerkt bedeutet jedoch nicht, dass der Infarkt keine Folgen nach sich zieht: Denn auch ein stummer Herzinfarkt hinterlässt Narben und schränkt die Herzfunktion ein.
Aponet
02.12.2021  14:00 Uhr

Häufig bleibt ein überstandener Herzinfarkt ein Leben lang sichtbar: Das geschädigte Muskelgewebe wird durch steifes, unbewegliches Narbengewebe ersetzt, das sich nicht mehr zusammenziehen kann. Das kann gefährlich werden, da durch die Vernarbung die Herzfunktion eingeschränkt wird.

Für eine Studie untersuchten Mediziner mithilfe einer Magnetresonanztomografie (MRT) die Herzen von 1.840 Teilnehmern. Das Ergebnis: Bei 8 Prozent der Untersuchten waren Narben am Herzmuskel als Folgen eines Herzinfarkts zu finden. Fast 80 Prozent des vernarbten Gewebes war zuvor weder bei ärztlichen Untersuchungen noch im Rahmen einer Elektrokardiografie (EKG) aufgefallen.

Da ein großer Teil der Herzinfarkte offenbar von den Betroffenen unbemerkt verlaufe, sei es wichtig, deren Häufigkeit wie auch die Risikofaktoren stummer Infarkte zu kennen. Zu den individuellen Risikofaktoren zählten unter anderem Alter, der sogenannte Kalzium-Score in den Koronararterien, Rauchen, Übergewicht, die Einnahme von Blutdruckmedikamenten zu Beginn der Studie sowie das Geschlecht. Wie die Forscher um Dr. David A. Bluemke vom National Institute of Biomedical Imaging and Bioengineering in Bethesda, USA in der Fachzeitschrift »JAMA« berichten, traten Narben am Herzmuskel bei Männern (13 Prozent) häufiger auf als bei Frauen (2,5 Prozent).

Mehr von Avoxa