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Abhängigkeit
Suchtprävention: Je früher, umso wirkungsvoller

Rückgang bei Jugendlichen

Dass Präventionsmaßnahmen bei Jugendlichen wirken, zeigen verschiedene Studien, die regelmäßig den Drogenkonsum von Jugendlichen in Deutschland erfassen. So trinken laut der BZgA-Befragung »Die Drogenaffinität Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland 2015« 10 Prozent der 12- bis 17-Jährigen mindestens einmal pro Woche, bei den 18- bis 25-Jährigen sind es 33,6 Prozent. Im Vergleich dazu waren es im Jahr 2005 noch 18,6 beziehungsweise 40,5 Prozent. Auch der Anteil rauchender Jugendlicher ist rückläufig. Die Ergebnisse des Alkoholsurveys 2018 zeigen, dass 6,6 Prozent der 12- bis 17-Jährigen rauchen (2001 waren es 27,5 Prozent). Unter den 18- bis 25-Jährigen sind 24,8 Prozent Raucher.

Sorge bereitet Experten nach wie vor das Rauschtrinken. Laut der Drogenaffinitätsstudie 2015 trinken 15,9 Prozent der männlichen und 12,5 Prozent der weiblichen 12- bis 17-Jährigen mindestens einmal im Monat exzessiv. Bei den 18- bis 25-Jährigen sind es 44,6 Prozent der Männer und 32,9 Prozent der Frauen.

Die am häufigsten konsumierte illegale Droge bei Jugendlichen ist Cannabis. 9,7 Prozent der 12- bis 17-Jährigen und 34,5 Prozent der 18- bis 25-Jährigen gaben in der Drogenaffinitätsstudie 2015 an, bereits einmal Cannabis konsumiert zu haben.

Mehr Prävention gefordert

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) fasst jährlich die neuesten Statistiken zum Konsum von Alkohol und Tabak zusammen. Auch hier zeigt das aktuelle Jahrbuch Sucht 2019 zwar einen leicht rückläufigen Trend, die Experten stufen ihn jedoch nicht als ausreichend ein. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland beim Alkoholkonsum im oberen Zehntel, mit einem Verbrauch von 131 Litern pro Kopf und Jahr. Beim Zigarettenkonsum gibt es zwar einen leichten Rückgang (- 1,9 Prozent), gleichzeitig greifen mehr Raucher zu Zigarren und Zigarillos (+ 6,5 Prozent), Pfeifentabak (+ 2,7 Prozent) und Feinschnitt (+ 0,2 Prozent). Die DHS fordert deshalb weitere Preiserhöhungen und Angebotsreduzierungen, eine Beschränkung der Alkoholwerbung und die Optimierung des Jugendschutzes. Zudem müssten in der Prävention die unterschiedlichen Problemlagen von Frauen und Männern sowie die soziale Benachteiligung stärker berücksichtigt werden.

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