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OTC-Beratungscheck

Sumatriptan

Kontraindikationen, Neben- und Wechselwirkungen: OTC-Arzneimittel sind nicht weniger beratungsintensiv als verschreibungspflichtige. In der Serie »OTC-Beratungscheck« fasst PTA-Forum die wichtigsten Hinweise zu ausgewählten OTC-Präparaten für die Beratung übersichtlich zusammen. Diesmal: Sumatriptan
Caroline Wendt
08.02.2022  08:30 Uhr

Arzneistoffgruppe

Triptane

Präparate

zum Beispiel: Sumatriptan Hexal® bei Migräne 50 mg, Sumatriptan-ratiopharm® bei Migräne 50 mg

Indikation

akute Behandlung von Migränekopfschmerz mit und ohne Aura

Dosierung/Anwendung

  • Erwachsene zwischen 18 und 65 Jahre: einmal 50 mg, einige Patienten benötigen 100 mg
  • eine höhere Dosierung als 100 mg verbessert die Wirkung nicht
  • treten bereits abgeklungene Beschwerden wieder auf, können im Abstand von mindestens zwei Stunden weitere Tabletten eingenommen werden
  • innerhalb von 24 Stunden nicht mehr als 300 mg
  • Einnahme sobald der Migränekopfschmerz beginnt oder zu einem späteren Zeitpunkt 
  • wenn die erste Tablette keine Wirkung zeigt, hilft auch die Einnahme einer weiteren nicht
  • nur bei eindeutig diagnostizierter Migräne anzuwenden

Kontraindikationen/Warnhinweise

Keine Einnahme bei

  • gleichzeitiger Einnahme von Ergotamin- oder Ergotaminderivat-haltigen Arzneimitteln (einschließlich Methysergid) oder anderen Triptanen; koronare Vasospasmen möglich
  • gleichzeitiger Einnahme von MAO-Hemmern oder wenn diese bis vor zwei Wochen eingenommen wurden
  • Patienten jünger als 18 oder älter als 65 Jahre
  • Patienten mit Herzinfarkt in der Vorgeschichte, ischämischer Herzkrankheit, Prinzmetal-Angina oder peripheren vaskulären Erkrankungen
  • Patienten mit Schlaganfall oder vorübergehenden ischämischen Attacken in der Anamnese
  • mittelschwerem bis schwerem Bluthochdruck
  • schweren Leberfunktionsstörungen

Vorsicht bei

  • Patienten mit Risikofaktoren für ischämische Herzerkrankungen, einschließlich starke Raucher oder Patienten einer Nikotinsubstitutionstherapie; Männern über 40 Jahre und Frauen während oder nach der Menopause
  • Patienten mit leichtem, kontrolliertem Bluthochdruck
  • Leber- oder Nierenfunktionsstörungen
  • epileptischen Anfällen
  • bekannten Allergien gegen Sulfonamid-Antibiotika
  • Patienten mit Verdacht auf Kopfschmerz, der durch Medikamente induziert wird

Nebenwirkungen

Häufig: Schmerzen, Schweregefühl, Druckgefühl, Enge oder Schmerzen in der Brust, im Hals oder in anderen Körperteilen; ungewöhnliche Empfindungen wie Taubheitsgefühl, Kribbeln, Hitze- oder Kältegefühl; Diese Symptome können intensiv sein, gehen aber im Allgemeinen schnell vorüber. Dauern sie an oder werden schlimmer (besonders die Brustschmerzen), ist umgehend ein Arzt aufzusuchen

Weitere häufige Nebenwirkungen: Übelkeit oder Erbrechen, Müdigkeit/Benommenheit, Schwindel, Schwäche, Hitzewallungen/Gesichtsrötung, vorübergehender Blutdruckanstieg, Kurzatmigkeit, schmerzende Muskeln

Wechselwirkungen

  • SSRI oder SNRI, Serotonin-Syndrom möglich
  • Johanniskraut: häufiger Nebenwirkungen möglich
  • Lithium

Schwangerschaft/Stillzeit

Es liegen keine ausreichenden Untersuchungen zur Anwendung von Sumatriptan in Schwangerschaft vor. Auch wenn die Daten nicht auf ein erhöhtes Risiko angeborener Fehlbildungen hinweisen, sollte die Anwendung nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung eines Arztes erfolgen.

Das Stillen sollte mindestens zwölf Stunden nach der Einnahme von Sumatriptan unterbrochen und abgepumpte Milch verworfen werden.

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