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OTC-Beratungscheck

Tetryzolin-Augentropfen 

Kontraindikationen, Neben- und Wechselwirkungen: OTC-Arzneimittel sind nicht weniger beratungsintensiv als verschreibungspflichtige. In der Serie »OTC-Beratungscheck« fasst PTA-Forum die wichtigsten Hinweise zu ausgewählten OTC-Präparaten für die Beratung übersichtlich zusammen. Diesmal: Tetryzolin-Augentropfen
Michelle Haß
20.04.2021  12:30 Uhr

Arzneistoffgruppe

α-Sympathomimetikum

Präparate

zum Beispiel: Berberil® Augentropfen, Visine® Yxin® Augentropfen

Indikation

Zur vorübergehenden Schleimhautabschwellung bei allergischen Entzündungen wie Heuschnupfen mit Augenbeteiligung und bei nicht-infektiösen Augenreizungen beispielsweise durch Rauch.

Dosierung/Anwendung

  • 0,5 mg Tetryzolin pro ml
  • 2- bis 3-mal täglich je ein Tropfen in den Bindehautsack eintropfen. 
  • Anwendungsdauer maximal fünf Tage. Bessern sich die Beschwerden nach zwei Tagen nicht, sollte ein Arzt aufgesucht werden.
  • Kontaktlinsen 15 Minuten vor dem Eintropfen herausnehmen und erst nach 15 Minuten wieder einsetzen. Generell sollte bei Augenentzündungen möglichst auf das Tragen von Kontaktlinsen verzichtet werden. 

Kontraindikationen/Warnhinweise

Nicht bei bestehendem Engwinkelglaukom. Bei anderen Glaukomarten nur unter ärztlicher Kontrolle. 

Nicht bei Kindern unter zwei Jahren.

Bei Patienten mit schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselstörungen nur nach ärztlicher Rücksprache anwenden. 

Selten können verschwommenes Sehen und  Pupillenerweiterungen auftreten. In diesen Fällen kann das Reaktionsvermögen im Straßenverkehr oder die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt sein.

Nebenwirkungen

Aufgrund der lokalen Therapie können Nebenwirkungen am Auge wie Brennen, Rötungen und Trockenheitsgefühl auftreten. Aufgrund der sympathomimetischen Wirkung kommt es in seltenen Fällen zur Pupillenerweiterung. 

Im Falle einer zu langen oder übermäßigen Anwendung kann nach dem Absetzten eine sogenannte reaktive Hyperämie auftreten, das heißt eine verstärkte Durchblutung, welche sich in roten Augen äußert. 

Bei einer Überdosierung oder missbräuchlichen Anwendungen können systemische zentralnervöse Nebenwirkungen wie Herzrhythmusstörungen, Erregung und Angstgefühle auftreten.

Wechselwirkungen

Eine gleichzeitige Anwendung von MAO-Hemmern vom Tranylcypromin-Typ und trizyklischen Antidepressiva sowie blutdrucksteigernden Arzneimitteln kann die gefäßverengende Wirkung verstärken, sodass sich der Blutdruck erhöht. Die gleichzeitige Anwendung sollte daher möglichst vermieden werden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Während Schwangerschaft und Stillzeit wird der Einsatz von Tetryzolin-haltigen Augentropfen und Nasentropfen nicht empfohlen.

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