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Physio besser als Kortison

Therapie bei Knie-Arthrose 

Eine Kombination aus manueller Therapie und speziellen Übungen vermag bei Patienten mit Knie-Arthrose längerfristig bessere Ergebnisse zu erzielen als Corticosteroid-Injektionen. Das belegt eine aktuelle Studie, die australische Wissenschaftler im New England Journal of Medicine veröffentlichten.
Elke Wolf
28.05.2020  13:00 Uhr

Mit Kortison-Spritzen in das Gelenk lässt sich bei schmerzhafter Kniearthrose zwar oft eine rasche Besserung herbeiführen. Doch der Effekt ist zeitlich laut Leitlinie begrenzt und hält nur bis etwa vier Wochen an. Außerdem wird der vermeintliche Therapieerfolg möglicherweise mit einem geringen zusätzlichen Knorpelverlust und eventuell mit Gelenk-Infektionen erkauft.

Langfristig günstiger ist es, den Patienten eine Physiotherapie zu verordnen: Damit hatten die 156 ambulanten Gonarthrose-Patienten der randomisierten kontrollierten Studie nach einem Jahr weniger Schmerzen, Steifigkeit und Funktionseinschränkungen als die Patienten in der Vergleichsgruppe, denen Triamcinolon in das oder die betroffenen Kniegelenke injiziert wurde.

Das bessere Ergebnis von Patienten mit manueller Therapie und Übungen, darauf verweisen die Autoren in einem Kommentar zur Studie, schließe eine Rolle von intraartikulären Corticoid-Injektionen nicht aus. Aber solche Injektionen sollten weder an erster Stelle stehen, noch sollten sie anstelle einer Physiotherapie eingesetzt werden.

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