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Komplexes Geschehen

Therapie bei Lungenhochdruck

Charakteristisch für die Krankheit ist, dass sich die Blutgefäße im Lungenkreislauf verengen und die Gefäßwände verdicken. Aus ungeklärten Gründen gerät das Gleichgewicht aus unterschiedlichen Botenstoffen im Blut durcheinander. Die Konzentration an gefäßverengenden Stoffen wie Endothelin, Serotonin und Thromboxan steigt an, während die Menge an gefäßerweiternden Substanzen wie Prostazyklin oder Stickstoffmonoxid zurückgeht. Das Ungleichgewicht bewirkt, dass sich die Gefäße stärker zusammenziehen als normal und sich ihr Innenraum verengt. Es kann weniger Blut durch die Gefäße fließen, die Sauerstoffversorgung des Körpers verschlechtert sich. Eine weitere Beobachtung: Zellen wachsen in den Gefäßwänden der Blutgefäße ungehemmt.

Ursache sind starke Wachstumsreize auf Endothelzellen, glatte Muskelzellen und umgebende Zellen. Die verdickten Gefäßwände verengen die Gefäße zusätzlich. Da Muskelzellen in Bindegewebe umgebaut werden, lässt allmählich auch die Elastizität der Gefäße nach. Diese Veränderungen sind irreversibel. Einen temporär verstärkten Blutfluss etwa bei körperlicher Belastung können die Gefäße nicht mehr bewältigen. Durch die Veränderungen leidet auch das Herz. Es muss gegen einen größeren Widerstand anpumpen, dadurch verdickt sich der Herzmuskel und verliert ebenfalls an Elastizität. Die rechte Herzhälfte wird größer, die linke hingegen zusammengedrückt. Der Transport des benötigten Blutvolumens, um die Körperfunktionen aufrecht zu erhalten, fällt immer schwerer.

Leistungsfähigkeit sinkt

Patienten fühle sich infolge dieser Veränderungen weniger leistungsfähig. Weitere mögliche Symptome sind Kurzatmigkeit, Müdigkeit, körperliche Schwäche, Angina pectoris, trockener Husten und Synkopen. Auch Brustschmerzen und Ödeme in den Beinen können auftreten. »Nicht nur für die nachgeschaltete Lunge hat die Krankheit negative Konsequenzen«, sagt Neurohr. »Auch das vorgeschaltete Herz leidet. Eine Rechtsherzinsuffizienz kann entstehen.«

Problematisch ist, dass Ärzte die Erkrankung oft nicht frühzeitig erkennen. Ein Grund dafür: Die PH schreitet nur sehr langsam voran. Symptome wie eine eingeschränkte körperliche Belastbarkeit oder Atemnot schreiben Mediziner und Betroffene schnell einer vorhandenen Grunderkrankung der Lunge zu. Um die Diagnose PH sicher stellen zu können, müssen Ärzte eine Katheteruntersuchung des rechten Herzens durchführen.

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