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Stomapflege

Tipps im Umgang mit künstlichem Darmausgang

Die Haut um den künstlichen Darmausgang ist äußerst sensibel. Kommt sie in Kontakt mit Ausscheidungen, zeigt sich das durch Hautirritationen oder wunde und offene Stellen. Je früher hier reagiert wird, umso schneller lässt sich der Hautzustand bessern und unangenehme Beschwerden oder Schmerzen beseitigen. Auslöser für Hautirritationen sind meist eine zu groß gewählte Ausschnittsöffnung an der Hautschutzplatte oder eine Unterwanderung des Hautschutzmaterials mit Ausscheidungen.

Neben der Größenanpassung und einem häufigeren Versorgungswechsel können Hydrokolloide in Form von Stomapaste oder Hautschutzringen helfen, dass Unebenheiten ausgeglichen und Lücken geschlossen werden. Auf offene oder nässende Stellen können Hydrokolloide in Pulverform (zum Beispiel Stomahesive® Adhäsivpulver, Stomocur® Hautschutzpuder) aufgetragen werden. Sie absorbieren die Wundfeuchtigkeit und sorgen für eine bessere Haftung der Hautschutzplatte. Zusätzlich kann eine dickere Hautschutzplatte oder ein Schaumverband (zum Beispiel Varihesive E oder Alione) helfen.

Wunde Bereiche werden mit einer Wundsalbe zum Beispiel Cavilon®Hautschutz behandelt. Fettende Wundsalben sind ungeeignet, da die Versorgung darauf nicht haftet und sich der Hautzustand verschlimmert. Auch ein zu häufiger Wechsel der Stomaversorgung oder mechanische Reize können die Haut röten und Juckreiz oder Brennen verursachen. Hier kann es helfen, zumindest bis zur Abheilung der Hautirritation, auf ein zweiteiliges System umzustellen.

Mechanische Reizungen oder Reinigungsmaßnahmen können die Schleimhaut des Stomas verletzen, was zu Blutungen führen kann. Diese sind in der Regel harmlos und können durch das Auflegen einer mit kaltem Wasser befeuchteten Kompresse gestillt werden. Kommt die Blutung so nicht zum Stillstand, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Allergie, Pilz oder Follikulitis

Typisches Anzeichen für eine Pilzinfektion sind rote Stellen mit weißen Begrenzungen, die jucken, brennen und auch nässen können. Um Pilzinfektionen vorzubeugen, sollten Stomaträger darauf achten, das richtige Maß bei der Hygiene einzuhalten und pH-neutrale Reinigungs- und Pflegeprodukte zu verwenden. Betroffen sind oft Patienten mit einem geschwächten Immunsystem durch eine Chemo- oder Strahlentherapie, einen Diabetes oder eine HIV-Erkrankung. Bei Anzeichen einer Pilzerkrankung sollten Stomaträger einen Hautarzt aufsuchen und eine Kultur anfertigen lassen.

Eine Follikulitis zeigt sich durch rote, meist eitrige, etwa stecknadelkopfgroße Pusteln, die jucken und schmerzen können. Sie entsteht, wenn Haare im Bereich der Hautschutzplatte beim Ablösen mit ausgerissen werden und Bakterien in die geschädigte Haut und den Haarfollikel eindringen. Solange die Follikulitis oberflächlich ist, kann sie mit antiseptischen oder antibiotischen Cremes behandelt werden. Um einer Follikulitis vorzubeugen, raten Stomatherapeuten, die Haare regelmäßig mit einem Einmalrasierer zu entfernen. Während des Rasierens wird das Stoma mit einer feuchten Vlieskompresse abgedeckt und vorsichtig sternförmig vom Stoma weg rasiert. Enthaarungscremes werden, aufgrund möglicher allergischer Reaktionen, nicht empfohlen.

Diese zeigen sich in der Regel durch Bläschen, Rötungen und Juckreiz, die auf den Anwendungsbereich der Versorgung beschränkt sind. Auslöser können alle Materialien sein, die für die Stomaversorgung und -pflege verwendet werden. Auch dann, wenn der Patient die Produkte schon lange verwendet und bisher gut vertragen hat. Wird eine Allergie vermutet, sollte auf Versorgungssysteme eines anderen Herstellers gewechselt werden. Tritt keine Besserung ein, muss die Verträglichkeit der verwendeten Reinigungsmittel und Pflegeartikel sowie der Beutelfolien überprüft werden. Gleichzeitig sollten Betroffene einen Allergietest bei einem Allergologen durchführen lassen.

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