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Vorsorgeuntersuchungen

Trotz Pandemie zum Augenarzt

Die Coronavirus-Pandemie sollte für Augen-Patienten kein Hindernis sein, Vorsorgetermine wahrzunehmen. Und auch eine akute Sehverschlechterung erfordert zwingend einen Arztbesuch. Das betonten Experten bei einer Online-Pressekonferenz der Stiftung Auge.
Elke Wolf
25.01.2021  08:30 Uhr

Während des ersten Lockdowns im Frühjahr ging die Rate an Augenarztbesuchen deutlich zurück, zum Teil mehr als 60 Prozent. »Hier heißt es Vorsicht! Patienten mit Glaukom, Makuladegeneration oder Diabetiker sollten unbedingt ihre Vorsorgetermine wahrnehmen. Sie brauchen regelmäßige Intervalle zur Untersuchung des Augenhintergrundes, damit keine Schäden eintreten«, machte Professor Dr. Norbert Pfeiffer, Direktor der Augenklinik der Universitätsmedizin Mainz, deutlich. Auch jede Art der Sehverschlechterung erfordere zwingend einen Arztbesuch. Dahinter könne ein Infarkt einer Augenarterie oder eine Netzhautablösung stecken, erklärte Pfeiffer. Kein Patient solle aus Sorge vor einer Coronavirus-Infektion einen bleibenden Schaden am Auge riskieren. Mit entsprechenden Hygienemaßnahmen und Schutzvorrichtungen werde das Ansteckungsrisiko beim Augenarzt so klein wie möglich gehalten.

Der regelmäßige Besuch beim Augenarzt ist vor allem für Patienten mit altersabhängiger Makuladegeneration (AMD) essenziell, um den Verlust des Sehvermögens aufzuhalten. Diese Patienten benötigen eine lebenslange Behandlung, wobei der individuelle Bedarf nur schwer abzuschätzen ist. »Wir haben dabei eine unglaubliche Variabilität der Beschwerden. Manche benötigen ihre Spritze ins Auge alle vier Wochen«, informierte Professor Dr. Frank Holz, Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn.

Die Tatsache, dass die AMD wie der Name schon sagt, meist ältere Personen trifft, verkompliziert die Lage. »Die meisten an AMD-Erkrankten sind ältere Menschen, die häufig Schwierigkeiten haben, regelmäßig einen Arzt aufzusuchen, weil sie beispielsweise einen Fahrdienst oder eine Begleitung brauchen. Und jetzt kommt noch die Sorge um eine Ansteckung mit dem Coronavirus hinzu, die die Betroffenen seltener zum Arzt gehen lässt. Nicht wahrgenommene Spritzentermine haben unmittelbar Einfluss auf den Krankheitsverlauf.«

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