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41. Isnyer Fortbildungstage für PTA

Umfassend gegen Schmerz

Spannenden Vorträgen lauschen und Austausch mit Kolleginnen und Kollegen: PTA aus ganz Deutschland trafen sich am 19. und 20. November an der Naturwissenschaftlich-Technischen Akademie (nta) bei den Isnyer Fortbildungstagen.
Hedda Freimuth-Köhler
19.02.2019
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Wie in den vergangenen Jahren hatte der BVpta den Anlass genutzt, am Vorabend ein kleines Treffen mit seinen Mitgliedern anzusetzen. An diesem gemütlichen Beisammensein nahmen ­neben 18 BVpta-Mitgliedern auch unser Vorstandsmitglied Hedda Freiermuth-Köhler und Marco Schmitz von der Geschäftsstelle teil. Bei anregenden Gesprächen stimmten sich die Anwesenden auf die bevorstehenden Fortbildungstage ein.

Am nächsten Morgen startete die Veranstaltung dann mit der Begrüßung durch Professor Dr. Grillenberger, Rektor der nta Hochschule Isny. Er empfing die Fortbildungswilligen im großen Saal des Kurhauses am Park in Isny und stellte mit amüsanten Worten das Thema »Schmerz lass nach« vor.

Dann begann das Fortbildungsprogramm mit dem vieldiskutierten Thema »Cannabis im Jahr 2018 – Der Joint aus der Apotheke?«. Der Vortrag wurde von Dr. Christian Ude gehalten, der den Teilnehmern kein Unbekannter war. Ude brachte den Zuhörern grundlegende Kenntnisse zur Cannabispflanze, den Inhaltsstoffen und deren Wirkweise bis hin zu den entsprechenden Fertigarzneimitteln näher. Sehr spannend waren auch die weiterführenden Tipps für den sicheren Umgang mit Cannabis in Labor und Rezeptur. Vor allen Dingen wurde hierbei klar, dass Cannabis nicht gleich Cannabis ist und die Apotheke sehr genau unterscheiden muss, welche Varietät verarbeitet wird. Insgesamt gab Ude ­damit einen umfassenden und aktuellen Überblick über diese Kulturpflanze, die richtig hergestellt und korrekt angewendet ein Segen für manche ­chronisch Erkrankten ist.

Die feinen Unterschiede

Der folgende Vortrag von Katharina Kamm von der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Klinikums der Universität München erklärte die Klassifikation der Migräne und verdeutlichte die Unterscheidung vom Spannungskopfschmerz, da die klare Abgrenzung wichtig für die Wahl des richtigen Schmerzmittels ist. Ebenso erläuterte Kamm auch Begleitsymptome und gab wertvolle Tipps zum Cluster-Kopfschmerz.

Im Anschluss stand ein Vortrag zu chronischen Rückenschmerzen und Schmerzmanagement von Dr. Claus Beyerlein auf dem Programm. Beyerlein appellierte eindringlich an die anwesenden PTA, ihr Empfehlungsverhalten bei Rückenschmerzen zu überdenken. Denn oftmals zu schnell würden Schmerzmittel eingenommen, ohne die Ursachen zu ergründen. In zahlreichen Fällen könnten andere Maßnahmen wie Bewegung, Krankengymnastik oder Gewichtsreduktion eine bessere und langfristigere Linderung bringen. Den Abschluss des ersten Fortbildungstages machte dann ein aufschlussreicher Vortrag zur Schmerztherapie bei Tumorpatienten von Dr. Peter Steffen von der Schmerzambulanz der Universitätsklinik für Anästhesiologie Ulm.

Wie jedes Jahr fand auch diesmal am Abend des ersten Fortbildung­stages ein Empfang der nta statt: Im Foyer des Kurhauses gab es Sekt und Häppchen, um über das Gehörte zu diskutieren und den Tag mit den Kolleginnen und Kollegen ausklingen zu lassen.

Zwischen Sucht und Schmerztherapie

Der zweite Fortbildungstag startete mit einem spannenden Vortrag von Kirsten Meyer, Leitung Bereich Suchtmedizin der München-Klinik Schwabing. In eindrucksvollen Zahlen verdeutlichte sie den Missbrauch von Schmerzmitteln, besprach die verschiedenen Schmerzmittelklassen und schärfte den Blick der anwesenden PTA für den Apothekenalltag, um Missbrauch und Abhängigkeit zu erkennen.

Ein besonderer Vortrag folgte von Dr. Stefan Locher, Abteilung für Schmerztherapie der Oberschwabenklinik Wangen. Auf kurzweilige Art und Weise klärte er über Schmerzmittel in der Geriatrie auf. Er betonte, dass vor allem die Co-Medikation durch verschiedene Ärzte viele ältere Mitbürger ins Krankenhaus bringe, weshalb ein vernünftiger Medikationsplan enorm wichtig sei. Auch sollte den Möglichkeiten, durch sinnvollere Ergänzungen die Gesamtmenge an eingenommenen Medikamenten zu reduzieren, mehr Beachtung geschenkt werden.

Abschließend ging es um Naturheilkunde: Dr. Gabriele Mecklenbrauck, Heilpraktikerin aus Ulm, warf einen Blick auf Schmerzen und die verschiedenen Therapieansätze aus der Sicht der Heilpraxis. Anhand von Beispielen aus der Phytotherapie und unter Darstellung verschiedener Techniken wie Akupunktur, Neuraltherapie oder Homöopathie erklärte sie ihre naturheilkundlichen Ansätze der Schmerzbehandlung.

Alles in allem boten die 41. Isnyer Fortbildungstage wieder die gewohnt umfassenden Einblicke in ein spannendes pharmazeutisches Thema – genau so, wie es sich PTA bei einem Kongress mit qualifizierter Fortbildung wünschen. Ein großes Dankeschön geht daher an die Organisatoren für das wieder einmal herausragende Angebot. Übrigens: Wer sich für die referierten Themengebiete interessiert, findet die Vorträge auf der Website der nta zum Nachlesen: www.nta-isny.de.

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