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Tabakentwöhnung

Umstieg auf E-Zigarette zum Rauchstopp ungeeignet

Der Umstieg von der normalen zur elektronischen Zigarette birgt ein großes Rückfall- und Gesundheitsrisiko: Zur Tabakentwöhnung sind E-Zigaretten daher ungeeignet, heißt es in einem aktuellen Empfehlungspapier der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP), dem sich 14 weitere medizinische Fachgesellschaften und Organisationen angeschlossen haben.
Verena Schmidt
28.04.2022  08:30 Uhr

»Wer entzündungsfördernde, toxische Substanzen sowie Aromen durch die E-Zigarette inhaliert, riskiert einen fortlaufenden Schaden an den Bronchien und am Lungengewebe«, sagt Professor Dr. Wolfram Windisch, stellvertretender Präsident der DGP, laut einer Pressemitteilung. Vor allem ausstiegswillige Raucher mit dauerhaft verengten Atemwegen durch die chronische Lungenerkrankung COPD, mit Asthma oder anderen Lungenerkrankungen sollten nicht auf E-Zigaretten umsteigen, so der Pneumologe.

Forschungsergebnisse zeigen, dass E-Zigaretten schädigende Wirkungen auf die Lunge und das Herz-Kreislauf-System haben. Dazu gibt es laut den Experten Hinweise für eine krebsfördernde Wirkung. Bisher fehlen allerdings Langzeituntersuchungen, um das Gesundheitsrisiko genauer einzuschätzen. »Zudem haben wir beobachtet, dass 60 bis 80 Prozent der Umsteiger von der Tabak- auf die E-Zigarette nebenher auch weiterhin Tabakprodukte konsumieren – gerade dieser duale Gebrauch birgt zusätzliche Gesundheitsrisiken«, sagt der Lungenarzt Professor Dr. Wulf Pankow, einer der federführenden Autoren der neuen Empfehlungen. »E-Zigaretten haben keinen Vorteil gegenüber der Tabakentwöhnung nach medizinischen Leitlinien mit persönlicher Beratung, Telefonberatung, Gruppenkursen und medikamentöser Unterstützung.“

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