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Geschlechtskrankheiten

Unfruchtbar durch Chlamydien

Eine Chlamydien-Infektion ist die häufigste Ursache für nicht-angeborene Kinderlosigkeit. Darauf macht der Berufsverband der Frauenärzte aufmerksam. Die Bakterien werden bei sexuellem Kontakt übertragen, vor allem bei Oralverkehr.
Annette Immel-Sehr
24.09.2019  14:00 Uhr

Die Erreger können eine Entzündung hervorrufen, durch die bei der Frau die innere Schicht der Eileiter verklebt und der Transport der Eizelle in die Gebärmutter unmöglich wird. Chlamydien können jedoch auch den Gebärmutterhals, die Gebärmutter und selten auch den Bauchraum befallen, ebenso die Harnröhre.

Beim Mann können sie sich an den Samenleitern ansiedeln, am Hoden, Nebenhoden, Prostata, Anus und im Mundraum. Das größte Problem bei Chlamydien-Infektionen: Sie verlaufen meist unbemerkt. Acht von zehn Frauen haben keine Beschwerden, bei den Männern ist die Hälfte beschwerdefrei. In der Folge bleibt die Infektion unbemerkt, wird nicht behandelt und kann zu Unfruchtbarkeit führen.

Deshalb sind Vorbeugung und Früherkennung die beiden wesentlichen Bausteine, um die Spätfolgen zu verhindern. Das heißt konkret: Gebrauch von Kondomen und Vorsorgeuntersuchungen. Derzeit zahlen die Krankenkassen Frauen bis zum 25. Lebensjahr einmal jährlich einen entsprechenden Urin-Test. Wird ein Chlamydienbefall nachgewiesen, so erhält die Frau ein Antibiotikum. Sexualpartner müssen mitbehandelt werden.

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