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Sexuell übertragbare Infektionen

Unterschätzte Risiken von Geschlechtskrankheiten

Einige STI wie HIV und Hepatitis B werden auch über nicht-sexuellen Blutkontakt übertragen. Da Blutprodukte strengen Kontrollen unterliegen, wiegen sich regelmäßige Blutspender gerne in Sicherheit. Es stimmt zwar, dass diese Infektionen in Deutschland vor allem bei Drogenkonsumenten, MSM oder auch Migranten eine Rolle spielen. Zahlreiche andere STI wie Genitalherpes, HPV, Gonorrhoe oder Chlamydien werden bei einer Blutspende jedoch nicht erfasst. Dass sie hierzulande aber weit verbreitet und auf dem Vormarsch sind, wissen nur wenige. So wird bei Sexualkontakten häufig ohne Risikobewusstsein auf Kondome verzichtet.

Tückisch ist auch, dass je nach Erreger und Infektionsort bis zu 85 Prozent der Ge-schlechtskrankheiten asymptomatisch verlaufen. Viele Betroffene ahnen nichts von ihrer Infektion und geben sie womöglich an zahlreiche Sexualpartner weiter. Seit 2008 zahlen die Krankenkassen daher Frauen bis zum 25. Lebensjahr einmal jährlich den Test auf Chlamydien beim Gynäkologen. In einer Studie wies das Screening bei 5 Prozent der Frauen eine Infektion nach.

Dennoch nutzen nur schätzungsweise 11 Prozent der Zielgruppe dieses Angebot. Auch im Mutterleib oder bei Geburt können STI an das Baby weitergegeben werden und mitunter tödlich verlaufen. Daher werden Schwangere routinemäßig auf Chlamydien sowie zusätzlich HIV, Syphilis und Hepatitis B untersucht. Ein Screening für beschwerdefreie Männer ist hingegen nicht vorgesehen.

Symptome, die auf eine STI hinweisen können, sind beispielsweise ungewöhnlicher Ausfluss, Juckreiz, Schleimhautveränderungen und Schmerzen beim Wasserlassen. Ebenso unklare vaginale/rektale Blutungen, diffuse Unterbauchschmerzen oder ge-schwollene Lymphknoten sollten Betroffene zum Arzt führen. Denn unbehandelt drohen mitunter gravierende Folgen. Diese reichen von chronischen Beschwerden, Unfruchtbarkeit oder Fehlgeburt über neurologische Beeinträchtigungen bis hin zu Krebs und Tod.

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