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Sexuell übertragbare Infektionen

Unterschätzte Risiken von Geschlechtskrankheiten

Während weltweit etwa 3 Prozent der Bevölkerung an einer chronischen Hepatitis-B-Infektion leiden, spielt die Erkrankung hierzulande nur eine kleinere Rolle. Ausgelöst wird sie häufig durch sexuellen Kontakt. Gerade zu Beginn einer Infektion liegt im Blut eine sehr hohe Viruskonzentration vor. Geringste Mengen Blut genügen dann für eine Übertragung. Aber auch Sperma und Vaginalsekret sind infektiös.

In etwa 10 Prozent der Fälle entwickelt sich aus der akuten Hepatitis B eine chronische Infektion. Sie kann zu einer Leberzirrhose oder gar Krebs führen, wobei eine Koinfektion mit dem Hepatitis-D-Virus zu besonders schweren Verläufen führt. Zur Behandlung steht eine Interferon-alpha-Therapie über 48 Wochen oder die Dauertherapie mit Nukleosid- beziehungsweise Nukleotid-Analoga zur Verfügung. Dennoch wird oft keine Heilung erreicht. Eine Impfung schützt dagegen zuverlässig vor der Erkrankung.

HIV und

Aids ist wohl die bekannteste und am meisten gefürchtete sexuell übertragbare Erkrankung. Sie entwickelt sich als Langzeitfolge einer unbehandelten Infektion mit HIV, die nach und nach das Immunsystem schwächt. Dann treten nicht nur bösartige Erkrankungen wie das Kaposi-Sarkom auf. Auch Erreger, die immunkompetenten Menschen nichts anhaben können, lösen bei Aids-Patienten schwerwiegende Erkrankungen wie eine Lungenentzündung aus und führen zum Tod. Laut dem Robert-Koch-Institut hat etwa ein Drittel aller Menschen bei der HIV-Diagnose in Deutschland bereits ein stark geschwächtes Immunsystem, knapp die Hälfte davon hat bereits eine Aids-Erkrankung.

Kurz nach der Ansteckung mit HIV reagieren einige Patienten mit unspezifischen Beschwerden wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Durchfall. Oft bleibt die Infektion jahrelang unbemerkt, und bis heute gelingt keine Heilung. Allerdings stehen Arzneimittel aus fünf verschiedenen Wirkstoffklassen zur Verfügung, die ein Fortschreiten verhindern und Symptome unterdrücken. Da sie die Viruslast im Blut des Infizierten senken, sinkt auch das Ansteckungsrisiko. Dafür ist allerdings eine lebenslange, ununterbrochene Therapie mit mehreren Wirkstoffen nötig. Die Kombination verschiedener Arzneistoffe soll die Bildung von Resistenzen verhindern. In besonderen Fällen ist auch eine Präexpositionsprophylaxe (PrEP) oder Postexpositionsprophylaxe (PEP) mit antiviralen Mitteln vor beziehungsweise nach Risikokontakten möglich.

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