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Arzneipflanzenporträt

Uzara

Die Uzara-Wurzel (Xysmalobium undulatum) aus der Familie der Seidenpflanzengewächse (Asclepiadaceae) ist in Deutschland erst seit 100 Jahren als Heilpflanze bekannt und wird bei Verdauungsstörungen, Menstruationsbeschwerden sowie bei Migräne und Erkältungen eingesetzt. 
01.07.2019
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Merkmale

  • mehrjährige, bis zu 1m hohe Staude
  • senkrecht nach oben wachsender behaarter Stängel, bis zu 3 cm im Durchmesser
  • 7 bis 15 cm lange, kurzstielige lanzettförmige ledrige Blätter
  • gewellter glatter Blattrand
  • viel Milchsaft in Blättern und Stängel
  • knollenartiger Wurzelstock mit vielen Seitenwurzeln
  • doldiger Blütenstand mit bis zu zwölf Blüten
  • bis zu 7 cm lange Balgfrüchte mit jeweils etwa 300 schuppenartig angeordneten dunkelbraunen Samen mit Flugapparat aus feinen weißen Härchen

Heimat

  • Südafrika

Arzneilich verwendete Pflanzenteile

  • getrocknete Wurzel (Uzarae radix)

Inhaltsstoffe

  • Cardenolid-Glykoside wie Uzarin und Xysmalorin
  • Gerbstoffe
  • Flavonoide

Medizinische Anwendung

  • akute unspezifische Durchfallerkrankungen

Empfohlene Dosierung

  • Fertigarzneimittel: siehe Packungsbeilage; die vorgeschriebene Dosis darf nicht überschritten werden
  • wegen Gefahr der Überdosierung keine Anwendung als Tee

Nebenwirkungen

  • Übelkeit, Erbrechen
  • Überempfindlichkeitsreaktionen

Wechselwirkungen

Bei gleichzeitiger Gabe von Chinidin, Calcium, Diuretika, Glucocorticoiden (Langzeittherapie) und Herzglykosiden sind Nebenwirkungen am Herzen (unregelmäßiger Puls, Herzrhythmusstörungen) nicht auszuschließen.

Kontraindikationen

  • gleichzeitige Behandlung mit Herzglykosiden
  • Hypomagnesiämie
  • Hypokaliämie
  • Schwangerschaft und Stillzeit wegen fehlenden Untersuchungen zur Unbedenklichkeit

Vom Medizinmann empfohlen

Die Uzara-Wurzel ist in Deutschland erst seit gut 100 Jahren als Heilpflanze bekannt. In Südafrika wird sie schon wesentlich länger bei verschiedenen Beschwerden eingesetzt, wie Verdauungsstörungen, Menstruationsbeschwerden sowie bei Migräne und Erkältungen. Der deutsche Forscher Heinrich Adolf Hopf, der auf einer Forschungsreise in Afrika schwer an Durchfall erkrankte, wurde von einem Medizinmann mit Hilfe der Uzarawurzel geheilt. Er brachte die Wurzel 1909 mit nach Deutschland und ließ ihre Wirksamkeit vom Arzt seines Heimatortes Melsungen erproben. Nachdem auch dieser sie erfolgreich zur Behandlung von Durchfall einsetzte, wurde die Droge zur weiteren Untersuchung zum pharmakologischen Institut der Universität Marburg gebracht.

Unter anderem über die »Zeitschrift für ärztliches Fortbildung« erfuhren die praktisch tätigen Ärzte in ganz Deutschland dann schon bald von der neuen Wunderdroge, die als »wirkliche Bereicherung unseres Arzneischatzes« bezeichnet wurde. Eine eigens gegründete Uzara-Gesellschaft Melsungen brachte im Jahre 1911 einen Extrakt der Wurzel in Form von Tropfen, Tabletten und Suppositorien in den Handel.

Beispiele für Monopräparate

  • Uzara® Stada

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