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Adexa

Vergütung für Mehrarbeit bei Lieferengpässen gefordert

Lieferengpässe erhöhen die Arbeitsbelastung der Apothekeninhaber und ihrer Angestellten. Die Apothekengewerkschaft Adexa fordert daher nun , dass Apotheken für zusätzliche Leistungen, die sie in diesem Zusammenhang erbringen, besser vergütet werden. Für die Hersteller sollte es aus Sicht von Adexa-Vorstand Andreas May verschärfte Regeln zur Lieferfähigkeit und Vertragsstrafen bei Nicht-Einhaltung von Rabattverträgen geben.
Verena Schmidt
11.12.2019  16:30 Uhr

Apothekenangestellte wollen Kunden bestmöglich beraten und versorgen. Aktuell werde das jedoch immer schwieriger, kommentiert May, der selbst lange als PTA in einer öffentlichen Apotheke gearbeitet hat. Gerade Lieferengpässe bereiteten den Apotheken viel Arbeit: »Dies bedeutet für Angestellte, alle Hebel in Bewegung zu setzen, Großhändler abzutelefonieren oder Rezepte ändern zu lassen«, betont May. Das könne so nicht weitergehen: »Als Apothekengewerkschaft fordern wir eine bessere Vergütung der Apotheke für zusätzliche Leistungen – als Perspektive für Inhaber und für Angestellte.«

Ziel müsse es aber auch sein, die Probleme bei Herstellern und Krankenkassen zu lösen. Hier sieht der Adexa-Vorstand vor allem Ansatzpunkte bei den Rabattverträgen. »Wir fordern Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf, Regeln über die Lieferfähigkeit zu verschärfen und dabei auch die Option von Vertragsstrafen zu nutzen.« Auch verpflichtende Meldungen und Mindest-Lagermengen für wichtige Pharmaka sind laut May sinnvolle Maßnahmen.

In seinem Kommentar geht May außerdem auf eine erhöhte Arbeitsbelastung von Apothekenmitarbeitern durch Arzneimittel-Rückrufe ein. Im vergangenen Jahr waren potenziell krebserregende Verunreinigungen mit N-Nitrosodimethylamin (NDMA) zunächst in Arzneimitteln mit Valsartan und später auch in anderen Sartan-Präparaten gefunden worden. »Für die Apothekenteams bedeutet dies: viele Telefonate mit Ärzten, ungeduldige Patienten im HV und ein großer, zusätzlicher Aufwand«, so May. In der vergangenen Woche kursierten Meldungen, dass die gleiche Verunreinigung auch in Metformin-Präparaten entdeckt worden sei. Inzwischen haben die Behörden diesbezüglich aber vorerst Entwarnung gegeben: Europäische Präparate sind wohl nicht betroffen.

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