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Ohne Süßes leben

Verzicht auf Zucker lohnt sich

Süßes vom Ernährungsplan streichen – immer öfter hört man von den Vorteilen einer zuckerfreien oder -reduzierten Ernährung. Und tatsächlich: Der Verzicht auf Zucker hat gleich mehrere positive Aspekte. Es ist jedoch nicht leicht, den Hang zum Süßen in den Griff zu bekommen. Wie man es trotzdem schaffen kann und wie sich der Zuckerstopp auf den Körper auswirkt, erklärt Samantha Coogan von der University of Nevada, Las Vegas.
Katja Egermeier
26.07.2019  15:00 Uhr

»Wenn Sie Zucker weglassen, vermeiden Sie eine ganze Schiffsladung voll leerer und nutzloser Kalorien«, sagt Coogan in einer Pressemitteilung. Das helfe beim Abnehmen, sofern die Zuckerkalorien nicht durch andere leere Kalorien ersetzt werden. Zucker hat einen sehr niedrigen Sättigungswert und ist für starke Blutzuckerschwankungen verantwortlich. Das sei auch der Grund für den schnell wiederkehrenden Hunger direkt nach dem Verzehr von zuckerhaltigen Lebensmitteln, erklärt Coogan.

Wer seinem Körper entgegen bisheriger Ernährungsgewohnheiten keinen Zucker mehr zuführt, müsse jedoch mit Entzugserscheinungen rechnen, warnt Coogan. »Zucker macht süchtig. Hat sich ein Körper an bestimmte Substanzen gewöhnt, versetzt ihn der Verzicht auf diese in eine Art Schockzustand.« Kopfschmerzen, eine Magenverstimmung oder Darmträgheit könnten die Folge sein und die Symptome bis zu zwei Wochen anhalten.

Zuckerentzug – so geht's

Der Entzug mit seinen Begleiterscheinungen lohne sich jedoch. Laut Coogan stellen sich sehr schnell spürbare Verbesserungen ein – zum Beispiel bei den Haaren, der Haut und den Nägeln. Die Leistungs- und Regenerationsfähigkeit beim Sport und bei der Arbeit nehme zu, der Schlaf verbessere, das Bauchfett verringere sich. Und schließlich nehme auch das Verlangen nach Zucker drastisch ab. Das führt nach Angaben der Wissenschaftlerin schließlich dazu, dass sich der Geschmack verändert: Obst schmeckt plötzlich wieder süß und manche bisher genossenen Lebensmittel werden sogar als zu süß empfunden.

Um den Appetit auf Zucker in den Griff zu bekommen, empfiehlt Coogan, statt Süßigkeiten zu essen mehr Wasser zu trinken, Kaugummi – natürlich zuckerfrei – zu kauen oder zu Früchten zu greifen. »Geben Sie Ihrem Kopf und Mund etwas anderes, über das Sie nachdenken können, wenn das Verlangen nach Zucker aufkommt.«

Wie lange die Umstellung dauert, hängt aus Sicht der Forscher von individuellen Faktoren ab. Es könne das Erbgut, chronische Krankheiten, die körperliche Aktivität sowie Alter und Geschlecht eine Rolle dabei spielen, wie stark und wie lange der Körper auf den Entzug von Zucker reagiert.

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