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Depression und Angststörung

Video-Beziehung bei Psychotherapie hilfreich

Nicht nur, aber vor allem auch in der Pandemiezeit sind Videokonsultationen für Ärzte und Psychotherapeuten ein Gewinn. Eine deutsche Machbarkeitsstudie zeigt nun, dass Patienten und Therapeuten im Rahmen einer Psychotherapie mehrheitlich zufrieden mit der Videokonsultation sind.
Isabel Weinert
13.07.2020  12:30 Uhr

Schon im Jahr 2016 wurde das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte PROVIDE-Projekt initiiert. Im Rahmen des Projekts erhalten Patienten, die wegen Depressionen oder Angststörungen ihren Hausarzt aufsuchen, das Angebot, die psychotherapeutische Behandlung in der vertrauten Hausarztpraxis wahrzunehmen – durch Zuschaltung eines mit der Praxis kooperierenden Therapeuten. So soll ein niederschwelliges Angebot geschaffen werden, das dem Patienten zusätzliche Wege und die Umstellung auf fremde Räumlichkeiten erspart.

Drei Studientherapeuten versorgten per Video 20 Patienten. In studienbegleitenden Interviews werteten alle Patienten die therapeutische Beziehung als positiv und hilfreich. Lediglich fünf empfanden den fehlenden direkten Kontakt als Nachteil. Auch die Therapeuten beurteilten die Videokonsultationen als praxistauglich und gut durchführbar.

Über die Wirksamkeit der Videotherapie trifft die PROVIDE-Studie keine Aussage. Allerdings zeigten andere Studien keine statistisch relevanten Unterschiede zwischen realer und virtueller Therapie bezüglich Therapieerfolg und Symptomreduktion. Das Hauptproblem der Therapeuten: die technische Seite der Videotherapie, wie mitunter eine gestörte Bild- und Tonübertragung. 

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