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Austausch einer einzigen Aminosäure

Vom Fledermaus-Virus zum Pandemie-Auslöser

SARS-CoV-2, Verursacher der Covid-19-Pandemie, wurde höchstwahrscheinlich direkt oder über einen Zwischenwirt von Fledermäusen auf den Menschen übertragen. Welche Eigenschaften es Fledermausviren ermöglichen, auf den Menschen überzuspringen, ist noch nicht ganz verstanden. Ein Forschungsteam der Universität Ulm hat nun gezeigt, dass eine kleine Mutation ausreicht, damit ein Virus für den Menschen gefährlich werden kann.
Verena Schmidt
16.12.2021  12:00 Uhr

Das Fledermaus-Virus RaTG13 ist ein naher Verwandter von SARS-CoV-2. Es kann jedoch nur schlecht an menschliche Zellen andocken und sie infizieren. Allerdings scheint der Austausch einer einzigen Aminosäure im Spike-Protein von RaTG13 auszureichen, damit das Virus am ACE2-Rezeptor menschlicher Zellen andocken und in diese eindringen kann.

Ein weiteres Ergebnis der Studie, die im Fachjournal »Nature Communications« veröffentlicht wurde: Eine Impfung gegen SARS-CoV-2 kann möglicherweise helfen, das Überspringen ähnlicher Erreger vom Tier auf den Menschen zu unterbinden und somit zukünftige Zoonosen verhindern. »Die Seren von Personen, die gegen Covid-19 geimpft wurden, konnten das Fledermaus-Virus effektiv unschädlich machen. Die SARS-CoV-2-Impfung könnte also helfen, ein zukünftiges Überspringen solcher viralen Erreger auf den Menschen zu verhindern«, schreiben die Forschenden.

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