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Mykosen

Pilze: Vom Untermieter zum Krankheitserreger

In andere innere Organe dringen Pilze nur selten vor. Solche invasiven Mykosen treffen in Deutschland etwa 13.000 Menschen pro Jahr, fast ausschließlich immungeschwächte Personen. Die Häufigkeit ist in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gestiegen – vor allem deshalb, weil es immer mehr Risikopatienten gibt. Am größten ist die Gefahr bei einem lang anhaltenden Mangel an weißen Blutkörperchen, einer sogenannten Granulozytopenie. Sie ist häufig die Folge einer Chemotherapie. Auch Patienten mit Leukämie, nach einer Organ- oder Stammzelltransplantation, einer größeren Bauchoperation, einer im Krankenhaus behandelten schweren Influenza oder chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) sind gefährdet. Eine längere Therapie mit Glukokortikoiden oder Breitbandantibiotika begünstigt eine invasive Pilzinfektion.

In deutschen Intensivstationen sind Candida-Pilze nach Staphylokokken und Enterokokken die dritthäufigsten Erreger der gefürchteten nosokomialen (Krankenhaus-) Infektionen. Meist kommen die Keime über einen Katheter, offene Wunden oder den Verdauungstrakt in die Blutbahn. Sie können einzelne Organe befallen und/ oder eine lebensgefährliche Blutvergiftung auslösen. Je nach Ausbreitung äußert sich das durch ganz unterschiedliche Symptome; bei einer solchen Sepsis treten meist hohes Fieber, Benommenheit und Herz-Kreislauf-Probleme auf. Systemische, also sich innerhalb des Körpers ausbreitende Pilzinfektionen sind potenziell lebensbedrohlich: Die Sterblichkeit beträgt in Deutschland etwa 30 Prozent.

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