PTA-Forum online
Prävention

Herzgesunde Ernährung – Therapie zum Essen

Ein weiterer Herz-relevanter Inhaltsstoff von Lebensmitteln ist Salz. Das BfR bescheinigt auf Basis der aktuellen Datenlage eine überzeugende Evidenz zwischen Salzkonsum und Bluthochdruck. Sicher ist allerdings auch, dass nicht alle Menschen gleich reagieren. Während sich der Blutdruck bei den »Salzresistenten« nur geringfügig verändert, reagieren »Salzsensitive« stärker. Zu dieser Gruppe gehören nach Angaben der Deutschen Hochdruckliga bis zu 50 Prozent der Hypertoniker, 10 bis 20 Prozent der Menschen mit normalem Blutdruck, Afrikaner, Afroamerikaner, Ältere, Übergewichtige sowie solche mit metabolischem Syndrom oder Niereninsuffizienz.

Leider mögen es die Deutschen pikant. Laut aktuellen Zahlen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) überschreiten rund 75 Prozent der Männer und knapp 70 Prozent der Frauen die DGE-Empfehlung. Frauen sind im Schnitt mit zwei Gramm zu viel dabei, Männer sogar um plus vier Gramm. Allerdings stammt nur ein Bruchteil dieser Menge aus dem heimischen Salzstreuer. Der Großteil ist in industriell verarbeiteten Lebensmitteln versteckt. Brot, Käse und Wurst spielen durch ihren hohen Stellenwert in der Ernährung die größte Rolle. Nach Angaben des BMEL stammt ein gutes Viertel des täglich verzehrten Salzes aus Brot, gefolgt von Fleisch- und Wurstwaren (18 Prozent) – sowie Käse und Milchprodukten (10 Prozent).

Aktuelle obere Richtwerte für Kochsalz liegen zwischen 4 g pro Tag (American Heart Association) und 6,3 g pro Tag (European Society of Cardiology). Mit einer Beschränkung auf die empfohlene Dosis von sechs Gramm am Tag lässt sich ein erhöhter Blutdruck um bis zu 8 mmHg senken, ein normaler Blutdruck noch um 1 bis 2 mmHg. Wichtig zu wissen: Gänzlich Meiden ist ebenfalls kontraproduktiv. In verschiedenen Studien erlitten etwa Teilnehmer, die wenig Salz zu sich genommen hatten, sogar eher Schlaganfälle und Herzinfarkte als jene Teilnehmer mit normaler Salzkonsum.

Alkohol genießen

Einem »Gläschen in Ehren« wird ein protektiver Effekt auf kardiovaskuläre Krankheiten zugesprochen. Doch die als French Paradox bekannte Hypothese, warum Franzosen seltener einen Herzinfarkt erleiden als die Bürger anderer Nationen, bröckelt. Experten schreiben den Effekt mittlerweile anderen Faktoren zu. Zum Beispiel, dass sich Rotweintrinker generell anders ernähren und Obst und Gemüse, Nüssen, Fisch und Olivenöl den Vorzug geben. Doch auch von Resveratrol, das sich reichlich in Rotwein findet, ist man als Erklärungsversuch abgekommen.

Stattdessen erhöht der regelmäßige Konsum von großen Mengen Alkohol langfristig das Risiko für die Entwicklung eines dauerhaften Bluthochdrucks. Als »blutdruckneutral« werten medizinische Fachgesellschaften wie etwa die Deutsche Hochdruckliga beim Mann eine Alkoholaufnahme von täglich bis zu 30 g Alkohol, was etwa zwei Gläsern Wein oder zwei Gläsern Bier pro Tag entspricht (bei der Frau bis zu 20 g Alkohol pro Tag). Diese Mengen lassen den Blutdruck wahrscheinlich langfristig unbeeinflusst. Wichtig zu wissen: Diese Angaben gelten nicht als Aufforderung, jeden Tag Alkohol zu trinken. Seine negativen Auswirkungen wiegen schwerer als seine schützenden Effekte. Wiegt man beide gegeneinander ab, werden zurzeit 10 g/Tag für gesunde Frauen und 20 g/Tag für gesunde Männer als tolerierbar angesehen. Für Menschen, die wegen einer Alkoholabhängigkeit behandelt wurden und keinen Alkohol mehr trinken, ist es wichtig, abstinent zu bleiben.

Mehr von Avoxa