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Prävention

Herzgesunde Ernährung – Therapie zum Essen

Gilt für Alkohol und Salz die Maxime »so wenig wie möglich«, ist bei Ballaststoffen das Gegenteil der Fall. Deren Referenzwerte der DGE sind die einzigen, die nach unten begrenzt sind – mindestens 30 Gramm am Tag sollten es sein, bevorzugt aus Vollkornprodukten. Weitere ballaststoffreiche Nahrungsmittel sind Nüsse, Samen, Gemüse und Obst.

Ballaststoffe sind pflanzliche Fasern. Chemisch handelt es sich in der Regel um Polysaccharide wie Cellulose und resistente Stärke sowie um Oligosaccharide und Polymere wie Lignine. Sie werden von den Bakterien im Dickdarm enzymatisch umgewandelt, wobei neben Gasen auch kurzkettige Fettsäuren entstehen.

Sie dienen diversen Körperzellen als Energiequelle, sind Bausteine bei der Lipogenese und Gluconeogenese in der Leber und wirken agonistisch an den Free Fatty Acid Rezeptoren (FFAR) 2 und 3. Über Bindung an diese und weitere G-Protein-gekoppelte Rezeptoren senken sie auch die Cholesterolsynthese und die Fetteinlagerung, erhöhen die Insulinsensitivität und beeinflussen das Immunsystem, indem sie die Anzahl von regulatorischen T-Zellen erhöhen und deren Funktion verbessern. Insgesamt wirken sie antiinflammatorisch und hemmen die Krebsentstehung. Im Tierversuch haben Mäuse mit Bluthochdruck, die mit Propionsäure gefüttert wurden, anschließend weniger ausgeprägte Herzschäden oder krankhafte Vergrößerungen des Organs und waren in der Folge weniger anfällig für Herzrhythmusstörungen. Auch gingen Gefäßschäden wie Atherosklerose zurück.

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