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Allergie-Risiko

Vorsicht bei Henna-Tattoos

Henna-Tattoos auf Händen oder Füßen sind beliebte Reise-Souvenirs. Der Naturfarbstoff gilt als gut verträglich und verblasst nach einigen Wochen wieder. Dennoch kann die kunstvolle Malerei auf der Haut unter Umständen eine Kontaktallergie auslösen.
Verena Schmidt
25.06.2019
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Henna-Malereien auf der Haut haben eine lange Tradition: Schon im alten Ägypten wurden mit rotbrauner Henna-Paste, die aus den Blättern des Hennastrauches (Lawsonia inermis) gewonnen wird, Haare, Nägel und Haut gefärbt. Heute werden etwa in Indien und arabischen Ländern die Hände meist zu feierlichen Anlässen mit kunstvollen Ornamenten bemalt.

Ganz ohne Risiko sind die temporären Tattoos nicht, wie aktuell die gemeinnützige Aktion »Das sichere Haus« betont. Denn um die Einwirkzeit von bis zu acht Stunden zu verkürzen und die Farbe zu intensivieren, wird Henna-Pulver oft para-Phenylendiamin (PPD) zugesetzt. PPD erzeugt einen schwarzen, schnell einziehenden Farbstoff, der allerdings als Kontaktallergen wirken kann.

Hat das Immunsystem PPD bei einem früheren, eventuell unbemerkten Kontakt bereits als bedrohlich eingestuft, kann es bei dem erneuten Kontakt durch die Henna-Farbe zu einer allergischen Reaktion kommen. Laut der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF) treten Symptome wie Juckreiz, Rötungen und Bläschen frühestens 24 bis 72 Stunden nach dem Aufbringen des Tattoos auf. Es können auch Bläschen entstehen, die aufplatzen und nässen. Beim Abheilen können Narben zurückbleiben.

Bestehe einmal eine Sensibilisierung gegen PPD, müssten Betroffene in der Zukunft Produkte mit dieser Substanz meiden, heißt es vonseiten der ECARF. PPD ist etwa in dunklen Farbstoffen in Leder und Textilien, in Druckfarben und Haarfärbemitteln enthalten. Zudem seien auch Allergien auf verwandte Substanzen in Schwarzgummi (Reifen, Fahrrad-/Werkzeuggriffe) möglich, sowie Kreuzreaktionen auf anderen Azo-Farbstoffe oder Arzneimittel (Sulfonamide, Benzocain).

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät Urlaubern, vorsorglich ganz auf Henna-Tattoos zu verzichten. Wer sich dennoch die Hände verzieren lassen möchte, sollte darauf achten, dass der Künstler rotbraunes Henna verwendet, das mehrere Stunden einwirken muss. Schwarzes Henna mit einer kurzen Einwirkzeit von nur zwei Stunden enthält laut »Das sichere Haus« meist PPD.

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